RWE ist Derbysieger gegen den MSV, nach einem 1:0-Sieg durch Kaito Mizutas Treffer. Fünfter Sieg in Folge und Platz 2 wecken Frühlingsgefühle bei Klaus Gjasula: „Da geht einem einer ab, wenn ich ehrlich bin. Egal wo du gespielt hast, was du erlebt hast: So ein Spiel, vor der Kulisse, mit dieser Bedeutung – einfach überragend!“ Uwe Koschinat erklärt den Sieg als „weiteren tollen Schritt.“
MSV-Trainer Dietmar Hirsch ärgert sich indes: „Wir waren 60 Minuten nicht so richtig im Derbymodus. Wir waren auch nicht so richtig im Drittligamodus.“ und fügte hinzu: „Wir spielen immer dann richtig Fußball, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht.“ Mit der Niederlage rutschen die Duisburger auf Rang 5 ab, 3 Punkte hinter dem Relegationsplatz. Was das für das Aufstiegsrennen bedeutet? Hirsch: „Einfach drauf los spielen. Habt einfach Spaß, hab´ ich den Jungs gesagt. Das sah für mich nachher nach Fußball aus, nach Mut.“

Das Derby geht an RWE! Mit einer Direktabnahme machte Kaito Mizuta kurz vor der Pause den Unterschied. Mit dem 5. Sieg in Folge springt Essen wieder auf Platz 2. Duisburg steht 3 Punkte hinter dem Relegationsplatz auf Rang 5.
Klaus Gjasula, Spieler Essen, zum Derbysieg: „Da geht einem einer ab, wenn ich ehrlich bin! Ich glaube, das ist der Traum und Wunsch jedes Fußballers oder Fußballerherzens. Egal wo du gespielt hast, was du erlebt hast. So ein Spiel, vor der Kulisse, mit dieser Bedeutung, einfach überragend!“
…zum Aufstieg: „Wir haben in 2 Tagen erstmal ein unglaublich schweres Spiel (in Schweinfurt, d. Red.). Ich will nicht der Crasher von dem allen hier sein, aber wir haben in zwei Tagen ein wichtiges Spiel, zwei Tage später wieder ein wichtiges Spiel (gegen Ingolstadt, d. Red.). Danach können wir weiterreden. Das kommt jetzt alles zu schnell. Man soll auch feiern, nach solchen Spielen. Wir haben in der Woche zwei wichtige Spiele. Wenn wir die genauso wie heute bestreiten, sag ich alles, was du willst.“
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„Nein, aber er gliedert sich in viele, viele Höhepunkte ein. Man darf nicht vergessen, woher wir kamen und dass hier schon viele emotionale Spiele gecoacht werden mussten, leider vom anderen Ende der Tabelle. Insofern ist das heute ein weiterer toller Schritt. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie nervenstark ist, dass sie wirklich auch den Moment versteht, versteht wie sie ein solches Spiel spielen muss. Unterm Strich können wir von einem verdienten Sieg sprechen, wenn man sieht, wie wir die Initiative nach ein paar Minuten übernommen haben, wie wir das Spiel strukturiert haben, wie groß die Zahl der Möglichkeiten war, das Spiel auch höher zu gewinnen. Dann ist es echt okay.“
– Uwe Koschinat, Trainer Essen, ob das ein Top-3-Tag für ihn bei RWE war
…zur RWE-Choreo „Zebras schlachten“: „Ich glaube, ich habe letztes Jahr dazu Stellung bezogen. Ich finde die Atmosphäre hier an der Hafenstraße unglaublich. Es gibt unfassbar viele Menschen, die sich für diesen Klub aufopfern, die ihm wirklich anderthalb Jahrzehnte treu geblieben sind, als man niederklassigen Fußball gespielt hat. Deswegen fällt es mir echt schwer, diese Dinge als Trainer zu kommentieren, weil es am Ende in diese moralische Ecke geht. Am Ende ist es immer gut, wenn man seine Mannschaft mit allem unterstützt, was man hat und wenn man nicht zu sehr auf die anderen schaut.“

„Ich glaube, wir waren 60 Minuten nicht so richtig im Derbymodus. Wir waren auch nicht so richtig im Drittligamodus. Wir haben uns in der 1. Halbzeit zu passiv verhalten. Die Abstände waren immer groß. Wir wollten eigentlich vorne draufgehen. Das haben wir nicht mutig gemacht. Wenn wir es mal gemacht haben, ist die Kette nicht nachgerückt. Dann waren die Abstände groß. Wir waren so ein bisschen dabei. Wir haben das ein oder andere zugelassen. Wir haben nur eine Chance gehabt, die nach der Ecke abgewehrt wurde, als Bulic frei vor dem Tor stand und ein bisschen überrascht war. Essen hatte mehr Chancen. Der Sieg geht in Summe schon in Ordnung. Aber wir spielen immer dann richtig Fußball, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht. Das hat in der 1. Halbzeit mit Ball gar nicht gut ausgesehen.“
äußert sich Dietmar Hirsch, Trainer Duisburg
…zum Platzverweis von Aljaz Casar: „Die Rote Karte war ein Bärendienst. Im Derby musst du ein bisschen cooler sein. Da darfst du dich nicht zu sowas hinreißen lassen. Das geht eigentlich gar nicht.“
…wie er die letzten Spiele angeht: „Man kann nicht sagen, man hat nichts mehr zu verlieren. Den Spruch mag ich gar nicht. Wir sollten jetzt einfach mutig spielen. Die letzten 20, 25 oder 30 Minuten nach der Roten Karte geben uns Mut. Einfach drauf los spielen. Habt einfach Spaß, hab´ ich den Jungs gesagt. Das sah für mich nachher nach Fußball aus, nach Mut. Und das wollen wir sehen. Das schmeißen wir rein, am Dienstag schon wieder. Da haben wir den Tabellenführer da, zuhause. Deswegen haben wir gar nicht so viel Zeit, die Wunden zu lecken. Eine Derbyniederlage tut weh, vor allem so eine knappe, die unnötig war. Aber weil wir es nicht so gut gemacht haben, war es auch verdient.“
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Rasim Bulic, Spieler Duisburg: „Wir hatten in der 1. Halbzeit viel Ballbesitz. Aber wir sind nicht nach vorne gekommen. Da haben uns ein paar Chancen gefehlt. In der 2. Halbzeit nach der Roten Karte war es erstmal schwer. Aber da haben wir sehr gut gespielt und hatten Chancen. Aber der Ball ist leider nicht reingegangen.“
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So haben sie gespielt:
Spielergebnis: 1:0 (0:0)
Torfolge: 1:0 Kaito Mizuta (43., #4, RW Essen)
RW Essen: Golz – Müsel, Kraulich, Abiama (69. Obuz), Brumme (89. Brumme), Gjasula, Schultz, Mizuta (83. Safi), Bouebari, Hüning (89. Hofmann), Janssen (69. Potocnik). Trainer Uwe Koschinat
MSV Duisburg: Maximilian Braune – Joshua Bitter, Rasim Bulic (84. Niklas Jessen), Tobias Fleckstein, Conor Noß, Steffen Meuer (67. Florian Krüger), Patrick Sussek (67. Dominik Kother), Lex-Tyger Lobinger (78. Thilo Töpken), Can Coskun (78. Christian Viet), Bens Schlicke, Aljaz Casar. Trainer: Dietmar Hirsch
Schiedsrichter: Sören Storks ( Velen / Westf. )
Zuschauerzahl: 20.100 (ausverkauft)
Quelle: MagentaSport
Interview-Clips: © MagentaSport
Photos: © Sascha Weiz/pepphoto

