Big Points für den MSV Duisburg nach der Derby-Pleite und der „VfL Osnabrück ist nicht der FC Bayern“ – das sagt der Trainer des Spitzenreiters, Timo Schultz, nach 7 Siegen: „Keiner von uns hat geglaubt, dass wir einfach durchmarschieren. Wir haben ein Fußballspiel beim MSV Duisburg verloren. Das müssen wir einkalkulieren!“ Nach dem 0:1 beträgt Osnabrücks Vorsprung auf den Zweiten RW Essen (3:1 in Schweinfurt) drei Punkte.
MSV-Coach Dietmar Hirsch war vom engagierten Auftritt angetan: „Wir haben richtig Spielfreude gezeigt. Und das wollten wir eigentlich. Wir wollten das Spiel genießen. Und das haben wir gemacht – auch außen.“ Duisburg hat mit 57 Punkten Anschluss an die Aufstiegsplätze. Hirschs Ziel: „Jetzt wollen wir das Maximum und dafür müssen wir auch mal auswärts gewinnen.“
Duisburg bleibt eine Heimmacht! 40 Punkte aus 16 Spielen vor eigenem Publikum – 12 Siege und 4 Remis. Die Zebras beenden damit die Siegesserie von Spitzenreiter VfL Osnabrück, die 7 Spiele anhielt. Duisburg bleibt bis auf 3 Punkte an Platz 3 dran.

„Da fällt eine Menge Druck ab. Ich glaube, wir hatten uns viel vorgenommen, wollten an die letzten 20 – 25 Minuten anknüpfen, die wir in Essen gezeigt haben, wo wir mit der Roten Karte gefühlt ein anderes Gesicht gezeigt haben, eine richtige „Scheißegal-Mentalität“. Die haben wir heute von Minute 1 angezeigt. Das haben wir uns vorgenommen, dass wir das Stadion früh anzünden wollten, Fußball spielen wollten. Und das hat in der 1. Halbzeit richtig gut geklappt.“
…zu seinem Tor: „Ein bisschen Näschen, richtig abgesetzt, wo der Ball hinkommt. Und dann war die Hüfte ganz gut offen. Und den treffe ich ganz vernünftig.“
– Florian Krüger, „Man of the Match“ und Duisburger Siegtorschütze
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„Es ist eigentlich das aufgegangen, was wir in den letzten Spielen auch schon zeigen wollten: Viel Aktivität. Man hat uns vorgeworfen, dass wir nicht hoch anlaufen. Das haben wir heute auch nicht immer gemacht. Wir haben aus einem kompakten Mittelfeldpressing immer wieder die richtigen Auslöser gefunden. Das war eigentlich auch die Idee in Essen. Nur, da fehlte uns so ein bisschen die Energie. Da waren wir ein bisschen zu verhalten. Heute sind wir gut angelaufen. Wir haben den Gegner extrem gestresst, viele lange Bälle provoziert, die dann gewonnen, zweite Bälle gewonnen. Wir waren sehr, sehr mutig mit dem Ball. Wir haben richtig Spielfreude gezeigt. Und das wollten wir eigentlich. Wir wollten das Spiel genießen. Und das haben wir gemacht – auch außen.“
…über das Auswärtsspiel in Mannheim: „Wir sollen es genießen. Wir brauchen einfach die Energie. Das ist echt egal, wann, wo, gegen wen wir spielen, wenn wir die Energie auf den Platz bringen. Wir haben heute gegen den Tabellenführer gespielt, der 7 Spiele hintereinander gewonnen hatte. Wenn du die Energie hast, kannst du jeden schlagen. Aber wir brauchen die auch mal auswärts, um richtig da oben ranzukommen. Das war heute wichtig. Das haben wir vorher gesagt, dass wir richtig schnuppern. Jetzt wollen wir das Maximum und dafür müssen wir auch mal auswärts gewinnen. Und da werden wir uns jetzt auf Samstag perfekt vorbereiten.“
…zum Flitzer am Ende des Spiels: „So ist der Ball nochmal im Aus, du stehst noch länger auf dem Platz. Es war sehr, sehr lange. Aber dazu haben wir durch unseren Fan selbst beigetragen. Das sollte nicht sein. Ich glaube, das war ein hitziges Spiel von der Emotionalität her. Aber nicht so, dass man auf dem Platz böse war. Es war ein faires, intensives Spiel. Es wäre gut, wenn die Leute dann draußen bleiben.“
- Dietmar Hirsch, Trainer MSV Duisburg
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Jannik Müller, Spieler Osnabrück: „Vor allem in der 1. Halbzeit waren wir mit Ball viel zu unsauber, haben viele Bälle, gerade im Zentrum, verloren, was wir die Spiele davor überragend gemacht haben. Dadurch sind wir nicht hinter die letzte Kette von Duisburg gekommen. Dadurch haben wir immer Konter verteidigen müssen. Duisburg hat es auch clever gemacht, immer wieder kleine Fouls gezogen. Am Ende entscheidet eine Standardsituation. Das ist immer so, dass es bei einem Spitzenspiel Kleinigkeiten sind. Die Wochen davor waren die Kleinigkeiten auf unserer Seite, heute leider nicht. Dementsprechend gehen wir jetzt als Verlierer vom Platz.“
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„Duisburg hat es geschafft, uns permanent vom Tor weg zu halten, ist selber aus Standardsituationen sehr gefährlich geworden. Wir haben kein Tor geschossen, kriegen einen rein. Dann verlierst du ein Spiel.“
…wie man den Rückschlag aufarbeitet: „Wir haben ein Fußballspiel beim MSV Duisburg verloren. Das müssen wir einkalkulieren. Wir sind der VfL Osnabrück, wir sind nicht Bayern München. Von daher wird das analysiert, das wird aufgearbeitet. Das wird aber vor allem schnell abgehakt. Es ist nicht mehr viel Zeit. Sonntag ist das nächste Topspiel gegen Cottbus. Da liegt dann ab morgen, übermorgen der Fokus drauf.“
– Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück.
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Friedhelm Funkel, Rekordtrainer des MSV Duisburg (161 Spiele zwischen 1996 und 2000), vor dem Spiel darüber, wie man die Derbyniederlage in Essen aufarbeitet: „Man sollte es schon relativ schnell vergessen, aber trotzdem kurzfristig das Spiel und das Ergebnis aufarbeiten. Das wird er (Dietmar Hirsch, d. Red.) gemacht haben. Er hat hier beim MSV bisher sehr, sehr gute Arbeit geleistet. Aber heute kommt es drauf an. Sie müssen heute dieses Spiel gewinnen, um noch eine Chance zu haben, aufzusteigen.“
…über die Situation des MSV: „Ich bin das erste Mal seit dem Derby gegen Essen (1:1) wieder hier und spüre hier so eine kleine Unzufriedenheit, weil man nicht mehr ganz oben steht. Aber du hast es gerade richtig gesagt, sie spielen eine tolle Saison. Sie sind Aufsteiger. Da kann man nicht erwarten, dass sie durch die Liga marschieren. Aber das ist der Fluch des Erfolges. Wenn man von der Tabellenspitze ein Stück nach unten rutscht, ist die Unzufriedenheit da. Ich hoffe, dass sie heute beigelegt wird, durch einen Erfolg über Osnabrück, die natürlich bärenstark sind.“
…über eine Rückkehr als Trainer: „Es gab noch keinen Anruf. Es gab in der Tat noch keinen einzigen Anruf. Vielleicht ist es noch ein bisschen zu früh. Es ist auch nicht so, dass ich auf irgendeinen Anruf warte. Ich wünsche jedem Trainer, dass der die Saison zu Ende spielen darf und dann auch das Ziel erreichen kann, mit dem man in die Saison gestartet ist. Ich warte auf keinen Anruf.“
– Friedhelm Funkel, ex-Trainer und Rekordtrainer des MSV Duisburg
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Quelle: MagentaSport
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Photos: © Horst mauelshagen / pepphoto

