Nach den Ausstellungen „#2states.NOW“, sowie „Lebendige Erinnerungen“ der Holocaust-Überlebenden Sara Atzmon setzt die cubus kunsthalle ihre künstlerische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt fort. Die Ausstellung „Besetzte Leben“ von Heiner Schmitz richtet den Blick auf Menschen, deren Alltag seit Jahrzehnten von Besatzung, Entrechtung und Gewalt geprägt ist.
Seit 1997 beschäftigt sich der Fotograf Heiner Schmitz, ehemaliger Professor der FH Dortmund, intensiv mit Israel und Palästina. Während zweier längerer Aufenthalte im Jahr 2017 dokumentierte er die Lebensbedingungen palästinensischer Beduinen im westlichen Jordantal. Viele dieser Familien waren nach der Staatsgründung Israels 1948 aus der Negev-Wüste in das Gebiet der heutigen Westbank geflohen. Heute leben sie in der sogenannten Zone C, die vollständig unter israelischer Militärkontrolle steht.
Die Fotografien zeigen keine abstrakten politischen Konflikte, sondern konkrete menschliche Lebensrealitäten: Familien, Kinder, ältere Menschen, deren Alltag von Unsicherheit, Kontrolle, Einschränkungen und wiederkehrenden Übergriffen geprägt ist. Die Interviews, die mit Unterstützung eines arabischen Freundes des Künstlers geführt wurden, geben den Betroffenen eine Stimme. Sie erzählen von Demütigungen, zerstörten Lebensgrundlagen, militärischer Präsenz und der Gewalt militanter Siedler.
Dabei widersprechen die Texte bewusst jeder romantisierenden Vorstellung eines freien Beduinenlebens. Sie machen sichtbar, wie tiefgreifend Besatzung in das Leben der Menschen eingreift – sozial, wirtschaftlich und psychisch.
Obwohl die Arbeit bereits 2017 entstanden ist, hat sie angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten erschütternde Aktualität gewonnen. Die humanitäre Katastrophe, das unermessliche Leid der Zivilbevölkerung und die weltweiten Debatten über Krieg, Vertreibung und mögliche völkerrechtliche Verbrechen verleihen den Bildern heute eine neue Dringlichkeit. Die Ausstellung versteht sich als klare Haltung gegen Krieg, gegen Hass, gegen die Zerstörung menschlichen Lebens – und gegen jede Form von Völkermord.
Heiner Schmitz bereiste seit 1997 regelmäßig Israel und die palästinensischen Gebiete. Durch langjährige Kontakte entstand eine fotografische Arbeit, die von Nähe, Vertrauen und Respekt gegenüber den porträtierten Menschen getragen ist.
Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 31. Mai, um 15.00 Uhr begrüßt Dr. Claudia Schaefer, Direktorin der cubus kunsthalle, die Gäste in der cubus kunsthalle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Straße 64, 47051 Duisburg
Die einleitenden Worte spricht Dr. Ribhi Yousef von der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft.
Im Anschluss spricht Heiner Schmitz über seine Arbeit und seine Erfahrungen vor Ort.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Während der Laufzeit lädt Heiner Schmitz zudem zu Gesprächsnachmittagen in die Ausstellung ein:
Sonntag, 21. Juni, 15.00 Uhr
Sonntag, 28. Juni, 15.00 Uhr
LAUFZEIT DER AUSSTELLUNG: 31.Mai bis 28.Juni 2026
Quelle: cubus kunsthalle, duisburg
Photo/Cover: © cubus kunsthalle, duisburg

