Nach einem mutmaßlichen Sabotageakt auf die Bahnstrecke zwischen Duisburg und Düsseldorf ist der Zugverkehr wieder weitgehend normalisiert. Am frühen Samstagmorgen konnten die Arbeiten an den beschädigten Kabelschächten abgeschlossen werden. Seitdem fahren die meisten Züge wieder nach Plan.
Ende Juli/Anfang August war es an zwei Stellen der Strecke zu Bränden in Kabelschächten gekommen. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Die Schäden hatten weitreichende Folgen: Sowohl der Regional- als auch der Fernverkehr war massiv gestört, zahlreiche Verbindungen fielen aus oder wurden umgeleitet. Besonders betroffen waren Pendlerinnen und Pendler im morgendlichen Berufsverkehr sowie Reisende im Fernverkehr.

NRW-Innenminister Herbert Reul äußerte sich deutlich: „Wir haben es hier mit einem Sabotageakt auf unsere Bahninfrastruktur zu tun.“ Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Wer hinter der Tat steckt, ist bislang unklar. Sicherheitsbehörden prüfen derzeit mögliche politische oder extremistische Motive.

Die Deutsche Bahn reagierte mit einem umfangreichen Reparatureinsatz. Techniker arbeiteten rund um die Uhr an der Wiederherstellung der betroffenen Anlagen. Eine Bahnsprecherin erklärte gegenüber dem WDR, dass alle Züge die Strecke nun wieder mit dem gewohnten Tempo befahren können. Nach erfolgreichen Probefahrten wurde die Freigabe für den Regelbetrieb erteilt. Knapp zwei Wochen nach der Tat sieht die „Baustelle“ immer noch so aus, wie auf den Photos. Die Kabel liegen frei und sind nicht wieder in die Kabelschächte verlegt und abgedeckt worden.
Trotz der schnellen Instandsetzung sorgt der Vorfall für Diskussionen über die Sicherheit der kritischen Infrastruktur in Deutschland. Experten fordern mehr Investitionen in Überwachung und Schutzmaßnahmen entlang wichtiger Verkehrswege.
Die Bundespolizei bittet mögliche Zeuginnen und Zeugen, sich mit Hinweisen zu verdächtigen Beobachtungen rund um die Tatorte zu melden.
Text & Photos: © MMB/Below

