Das Stadtarchiv Duisburg und das Kultur- und Stadthistorische Museum laden am Dienstag, 5. Mai, um 16 Uhr im Museum Johannes-Corputius-Platz im Innenhafen zu einem gemeinsamen Besuch in der Sonderausstellung „Platz gemacht!“. Im Anschluss findet von 17 bis 19 Uhr in der „Denkstätte“ im Stadtarchiv Duisburg am Karmelplatz 5 – in unmittelbarer Nähe – eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Schätze hegen und heben – Der kulturelle Mehrwert von Bauakten“ statt.
Im Zeitalter der Digitalisierung stehen die kommunalen Verwaltungen und damit auch die Bauverwaltungen der Städte, Gemeinden und Kreise vor der Notwendigkeit, die laufenden Bau- bzw. Hausakten aus Papier für die Arbeit zu digitalisieren. Damit droht den Papierakten, die häufig bis ins 19.
Jahrhundert zurückreichen, die Vernichtung und damit die Vernichtung von stadt- und architekturhistorisch bedeutsamen originalen Plänen, Zeichnungen, Fotografien und weiteren Unterlagen.
Das Stadtarchiv Duisburg hat dazu im Januar 2023 ein eigenes Projekt gestartet: Durch die Arbeit von zwei Kunsthistorikerinnen und zwei Historikern wurde für die rund 160.000 Hausakten ein Kriterienkatalog erstellt und auf dieser Grundlage rund 40.000 für die Geschichte der Stadt Duisburg repräsentative Hausakten ausgewählt, die in Papierform erhalten bleiben.
In der Podiumsdiskussion wird sowohl über die Vorteile eines Digitalisats als auch über die Vorteile der analogen Papierakte, beispielsweise eines dreidimensionalen Plans gesprochen: „Was ist der Gewinn für die Arbeit einer Bauverwaltung durch eine digitale Akte und was macht trotzdem das Original zu einem unverzichtbaren Stück Kulturgeschichte? Was ist die Aura des Originals, die auch durch das Ausdrucken eines Digitalisats nicht ersetzt werden kann? Was macht die originalen Pläne, Zeichnungen und Schriftstücke in einer Akte zu Kulturgut, teilweise zu Kunstobjekten, die es auch in ihrer Entstehungsform zu schützen gilt?“
Vier Praktikerinnen und Praktiker aus der Denkmalpflege, der Wissenschaft und aus architekturgeschichtlichen Sammlungen sowie ein Mitglied des Projekts des Stadtarchivs Duisburg, die alle in ihrer Arbeit fast täglich mit entsprechenden Originalobjekten umgehen, diskutieren über die Notwendigkeit, trotz Digitalisierung das Original zu erhalten.
Bei der Podiumsdiskussion zu Gast sind Laura Bachem, Sachgebietsleiterin der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Duisburg, Dr. Marius Lange, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Hausaktenprojekts im Stadtarchiv Duisburg, Dr. Hans-Dieter Nägelke, Leiter des Architekturmuseums und zentraler Sammlungsbeauftragter der Technischen Universität Berlin, Dr. Andrea Pufke, Landeskonservatorin, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Pulheim Brauweiler sowie Professor Wolfgang Sonne, Technische Universität Dortmund, Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen, Lehrstuhl Geschichte und heorie der Architektur (GTA) und wissenschaftlicher Leiter des Baukunstarchivs NRW, Dortmund. Moderiert wird die Diskussionsrunde durch Dr. Andreas Pilger, Leiter des Stadtarchivs Duisburg.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Quelle: Stadt Duisburg
Photo: © Stadt Duisburg

