Seit mehr als 50 Jahren steht die Verbraucherzentrale den Menschen in Duisburg bei Fragen und Problemen im Verbraucheralltag zur Seite. Gestartet 1975 in der Claubergstraße 32 mit einer Beratungskraft der Duisburger Frauenverbände, hat sich die Einrichtung in fünf Jahrzehnten zur festen Größe im Hilfenetzwerk der Stadt entwickelt. Fast 900.000 Duisburger:innen setzten seit Eröffnung auf den Rat ihrer Anlaufstelle für Verbraucherfragen.
Mit einem Empfang in der heutigen Beratungsstelle Friedrich-Wilhelm-Straße 30 wurde der runde Geburtstag jetzt mit etwas Verspätung gefeiert. Zu den Gästen zählten Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Lands NRW, sowie Duisburgs Erste Bürgermeisterin Edeltraud Klabuhn.
Fünf Jahrzehnte Rat und Hilfe bei Verbraucherproblemen
„In einer Zeit, die von globalen Krisen und großen Unsicherheiten geprägt ist, gibt Verbraucherschutz Orientierung und schafft Vertrauen”, sagte Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Aktuell belasteten die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise in Folge des andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie des Nahost-Konflikts viele Haushalte. „Mit unseren unabhängigen Informationen stärken wir Verbraucher:innen, bewahren sie vor Benachteiligung und stehen ihnen zur Seite, um berechtigte Ansprüche gegenüber Anbietern durchzusetzen“, so Schuldzinski. Den politischen Entscheidungsträgern in Kommune und Land dankte der Vorstand für die langjährige Unterstützung der Verbraucherarbeit in Duisburg. Seit 1993 wird die Arbeit der Beratungsstelle je zur Hälfte von der Stadt Duisburg und vom Land NRW finanziert und ist durch einen Fünfjahresvertrag aktuell bis Ende 2028 vertraglich gesichert.
NRW-Verbraucherschutzministerin Gorißen: Bedeutender Beitrag zum Verbraucherschutz in NRW
Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, würdigte den langjährigen Einsatz der Verbraucherzentrale in Duisburg: „Seit gut fünf Jahrzehnten begleitet die Beratungsstelle in Duisburg die Bürgerinnen und Bürger kompetent und verlässlich in allen Fragen des Verbraucheralltags. Zu diesem besonderen Jubiläum gratuliere ich herzlich! Mit anbieterunabhängiger Information, fachkundiger Beratung und langjähriger Erfahrung sind die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW wichtige Partner an der Seite der Menschen. Diese wertvolle Arbeit leistet einen bedeutenden Beitrag zum Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen – ein Engagement, das die nordrhein-westfälische Landesregierung gerne unterstützt.“
Offenes Ohr und unbürokratische Hilfe
„Ob bei neuen Betrugsmaschen oder komplizierten Vertragsfragen – hier finden alle Ratsuchende ein offenes Ohr und unbürokratische Hilfe. Die Arbeit der Beratungsstelle sorgt dafür, dass Menschen jeden Tag bessere Entscheidungen im Alltag treffen können. Damit sind die unterstützenden und präventiven Angebote der Verbraucherzentrale sind ein wichtiger Baustein der kommunalen Daseinsfürsorge.“
– betonte Bürgermeisterin Edeltraud Klabuhn betonte die Bedeutung der Beratungsstelle im Hilfenetzwerk der Stadt.
Beratungsangebote immer wieder angepasst und ausgeweitet
Paulina Wleklinski, Leiterin der Beratungsstelle, nahm die Gäste mit auf einen Streifzug durch 50 Jahren Verbraucherarbeit in Duisburg. Visuelle Eindrücke vermittelte dazu ein Videofilm, den Radio Duisburg auch auf seinen Social-Media-Kanälen zeigt. Wleklinski machte deutlich, wie Beratungsangebote immer wieder an neue technische und rechtliche Neuerungen angepasst und insgesamt stark ausgeweitet wurden.
Ging es in den 1970er Jahren beispielsweise noch um Beschwerden zu Buchclubs, stehen heute die vielfältigen Fallstricke und Betrugsmaschen im Internet im Fokus. Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes 1998 sowie die Verbreitung von Handy und Internet warfen völlig neue Verbraucherfragen auf, die den Beratungsalltag bis heute bestimmen.
Viele besorgte Anfragen löste der 1986 der Reaktorunfall in Tschernobyl aus, 2001 bewegte die BSE-Krise die Menschen und die Corona-Pandemie brachte 2020 nicht nur viele neuartige Verbraucherprobleme mit sich, sondern sorgte als Katalysator auch dafür, dass die Beratungsleistungen verstärkt per Telefon und E-Mail angeboten werden.
„Dem Wunsch der Bürger:innen nach telefonischer Beratung mit digitaler Unterstützung kommen wir nach, ohne dabei diejenigen auszuschließen, die hiermit überfordert und weiterhin auf einen persönlichen Kontakt angewiesen sind. Wenn wir Menschen aus finanziellen Nöten helfen, aus unseriösen Verträgen befreien und vor Übervorteilung schützen können, ist das eine große Befriedigung und Ansporn für unsere Arbeit.“
– sagte Paulina Wleklinski, Leiterin der Beratungsstelle.
Im Namen des ganzen Teams dankte sie für die Unterstützung der Beratungsstelle und das Vertrauen der Bürger:innen.
Quelle: Verbraucherzentrale Duisburg
Photo: © Mathias Kehren

