Der MSV Duisburg steht weiterhin an der Tabellenspitze der 3. Liga. In einem hochemotionalen Heimspiel verwandelten die Zebras einen scheinbar aussichtslosen 0:2-Rückstand gegen die TSG Hoffenheim II noch in einen fulminanten 3:2-Erfolg. Zum umjubelten Helden des Tages avancierte ein eingewechselter Angreifer, der binnen weniger Minuten Fußball-Geschichte schrieb.
Vier Wechsel nach der XXL-Pause
Als Spitzenreiter war der MSV Duisburg mit der beeindruckenden Empfehlung von sechs Siegen aus sieben Spielen aus der XXL-Länderspielpause gekommen. Um den Status an der Sonne weiter zu festigen, nahm Coach Dietmar Hirsch nach dem jüngsten 4:1-Erfolg beim SV Wehen Wiesbaden ganze vier Veränderungen an seiner Startformation vor. Für Jessen, Christensen, Casar und den späteren Matchwinner Remmert kehrten Bitter, Coskun, Viet sowie Lobinger – der nach seiner Drei-Spiele-Sperre brannte – zurück in die erste Elf. Auf der Gegenseite sah TSG-Trainer Stefan Kleineheismann nach dem 1:0 gegen Meppen weniger Handlungsbedarf. Er ersetzte lediglich Gjasula und den zu den Bundesliga-Profis zurückgekehrten Prass durch Makanda und Dagdeviren.

Ein Slapstick-Eigentor bricht den Bann
Die Partie begann verhalten. Eine lange Abtastphase prägte das Geschehen im Wedaustadion, da der MSV den Gästen weitgehend den Ball überließ und diszipliniert abwartete. Weil auch Hoffenheim extrem kompakt verteidigte, blieben Strafraumszenen zunächst Mangelware. Eine erste zarte Annäherung verzeichnete Kother in der 21. Minute, dessen Flanke jedoch auf dem Tordach landete. Nur sechzig Sekunden später folgte der Schock für die Hausherren durch ein Slapstick-Tor: Bei einem Pass von Makanda schlug MSV-Verteidiger Fleckstein ein Luftloch – der Ball prallte gegen sein Standbein und trudelte unglücklich zum 0:1 in die eigenen Maschen (22.).
Hoffenheim erhöht völlig verdient
Der Gegentreffer hinterließ sichtlich Wirkung bei den Zebras, die kurzzeitig den Faden verloren. In der Folge verdienten sich die Kraichgauer die Führung, traten deutlich zielstrebiger auf und tauchten mehrfach gefährlich vor dem Duisburger Gehäuse auf. Die beste Gelegenheit ließ Poller liegen, der in der 33. Minute knapp am Kasten vorbeizielte. Die Zebras fanden offensiv kaum statt; lediglich Lobinger prüfte TSG-Keeper Petersson einmal ernsthaft aus der Distanz (37.). Kurz vor dem Pausenpfiff schlug es dann erneut im MSV-Tor ein: Makanda jagte das Leder in der 39. Minute humorlos zum mittlerweile absolut verdienten 0:2 in die Maschen. Kurz darauf folgte eine Kuriosität, als Hoffenheims Coach den bereits verwarnten Dagdeviren schon in der 40. Minute aus Selbstschutz gegen Moore auswechselte.

Offener Schlagabtausch nach dem Seitenwechsel
Dietmar Hirsch reagierte zur Pause drastisch und brachte drei frische Kräfte – ein Wechsel, der vollends zünden sollte. Der MSV kam mit völlig anderer Körperspannung aus der Kabine und agierte sofort druckvoller. Nachdem eine medizinische Behandlung von Schiedsrichter Leonidas Exuzidis die Partie in der 50. Minute kurzzeitig unterbrochen hatte, entwickelte sich plötzlich ein wilder, offener Schlagabtausch. Zunächst vergab Zor für die TSG die endgültige Entscheidung auf dem Fuß (59.), ehe im direkten Gegenzug der eingewechselte Duisburger Safi nur den Pfosten traf (61.). Nur eine Minute später verhinderte der blockende Schlicke in höchster Not gegen Makanda das drohende 0:3 (62.).
Sechs Minuten Remmert-Wahnsinn
Dann schlug die Stunde des eingewechselten Jokers Remmert, der das Stadion in ein Tollhaus verwandelte. Innerhalb von nur sechs Minuten drehte der Angreifer die Partie komplett im Alleingang. Der furiose Sturmlauf begann in der 71. Minute, als Remmert nach einer Ecke zum 1:2-Anschluss traf. Nur zwei Zeigerumdrehungen später war es erneut Remmert, der eine perfekte Vorlage von Lobinger eiskalt zum davor kaum geglaubten 2:2-Ausgleich nutzte (73.). Doch damit nicht genug: In der 77. Minute profitierte er von einem Steilpass, umkurvte TSG-Torwart Petersson mit aller Ruhe und schob zum unfassbaren 3:2-Führungstreffer ein – der Hattrick war perfekt.

Abwehrschlacht rettet den Dreier
Von diesem Nackenschlag erholte sich die TSG Hoffenheim II nicht mehr wirklich. In den Schlussminuten rannten die Gäste zwar noch einmal wütend an und warfen in der Nachspielzeit bei Standards sogar Keeper Petersson mit nach vorne, doch die Duisburger Defensive warf sich in jeden Ball und klärte alle brenzligen Situationen leidenschaftlich.
Mit diesem sensationellen Comeback-Sieg zieht Duisburg an der Tabellenspitze der 3. Liga weiter einsam seine Kreise, während die Hoffenheimer nach zuvor zwei Siegen wieder eine Pleite einstecken müssen. Lange durchatmen können die Zebras jedoch nicht: Bereits am kommenden Dienstag (19:00 Uhr) wartet in der englischen Woche die schwere Auswärtsaufgabe beim 1. FC Saarbrücken.
So haben Sie gespielt:
MSV DUISBURG: Maximilian Braune – Can Coskun (46., F. Christensen), Tobias Fleckstein, Joshua Bitter, Rasim Bulic, Christian Viet (63., A. Casar), Domnik Kother (72., P. Sussek), Conor Noß (46., Ramien Safi), Lex-Tyger Lobinger, Ben Schlicke, Martin Ens (46., Peter Remmert).
TRAINER: Dietmar Hirsch
TSG Hoffenheim II: Peterson – Dulic, Spranger (82., Theuer), Abraha, Lässig, Dagdeviren (40., Moore), Poller (82. Honajzer), Engelns, Zor (67., Wagenbach), Fields (67., Dedic), Makanda.
TRAINER: Stefan Kleinheismann
Endergebnis: 3:2 (0:2)
0:1 Tobias Fleckstein (22. Eigentor)), 0:2 Blessing Makanda (39.) | 1:2 Peter Remmert (71.), 2:2 Peter Remmert (72.), 3:2 Peter Remmert (77.).
Schiedsrichter des Spiels
Leonidas Exuzidis (Referee)
Stadion: Schausinsland-Reisen Arena
Zuschauerzahl: 21.083
Die kommenden Partien im Überblick:
13.10.2026 (19:00 Uhr): 1.FC Saarbrücken vs. MSV Duisburg
18.10.2026 (16:30 Uhr): MSV Duisburg vs. Viktoria Köln
24.10.2026 (14:00 Uhr): FC Ingolstadt 04 vs. MSV Duisburg
Quellen: Duisburg-Journal
Photos: © Sascha Weiz/Pepphoto
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