Sammy Sommerfeld ist in Duisburg längst kein Unbekannter mehr – vor allem nicht für jene, die auf Hilfe angewiesen sind. Seit Jahren engagiert sich der 65-Jährige unermüdlich für Obdachlose in der Stadt. Mit seiner „Aktion für Obdachlose“ unterstützt er regelmäßig Essensausgaben, Kleidung und Schlafsäcke-Verteilungen und hat stets ein offenes Ohr für die Sorgen der Menschen, die oft am Rande der Gesell-schaft leben. Sein Engagement ist dabei nicht nur praktisch, sondern auch kreativ – wie ein aktuelles Projekt eindrucksvoll zeigt: die T-Shirt-Aktion „4100Duisburg“ mit Herz.
Idee entstand, wie so vieles bei Sammy Sommerfeld, aus einem echten Bedürfnis heraus. „Ich wollte nicht nur Spenden sammeln, sondern auch ein Zeichen setzen – ein Symbol, das verbindet und an die Herkunft erinnert“, erklärt er. Er ist ein waschechter Duisburger Jung – aufgewachsen im nördlichen Stadtteil Beeck. So kam es zur Idee, T-Shirts zu bedrucken – schlicht, aber mit Aussagekraft. Und darauf prangt in großen, markanten Ziffern: 4100 – die alte Postleitzahl von Duisburg. Für viele Duisburger weckt diese Zahl nostalgische Gefühle. Bis 1993 trug die Stadt diese vier Ziffern, bevor die bundesweite Umstellung auf fünfstellige Postleitzahlen erfolgte.
4100 – das ist für viele Menschen hier mehr als eine Zahl. Sie steht für die Begriffe Heimat, Zusammenhalt und das gute alte Duisburg.
SAMMY SOMMERFELD, Inspirateur und Initiator
Genau dieses Gefühl wollte er aufgreifen. Die T-Shirts sollen ein Stück Identität vermitteln – und gleichzeitig helfen. Seit Beginn fließt ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf in die Duisburger Obdachlosenhilfe. „Jedes verkaufte Shirt hilft direkt – sei es für einen warmen Schlafsack im Winter oder eine medizinische Notversorgung“, erklärt er. Die Produktion der Shirts erfolgt dabei über eine lokale Druckerei in Wanheim, die das Projekt großzügig unterstützt und Sonderkonditionen angeboten hat.
Das Design ist bewusst schlicht gehalten: schwarze Shirts, mittig die Zahl 4100 – ohne Schnörkel, ohne Werbung. Nur ein kleines Label an der Seite trägt den Namen der Aktion. Die Resonanz auf die Aktion war überwältigend. Innerhalb weniger Tage war die erste Auflage der T-Shirts vergriffen. Viele Käufer posteten Fotos in den sozialen Netzwerken und berichteten von berührenden Begegnungen mit Obdachlosen, bei denen sie ihre T-Shirts trugen. „Es ist unglaublich zu sehen, wie ein einfaches Kleidungsstück Gespräche anstoßen und Bewusstsein schaffen kann“, freut sich Sommerfeld.
Natürlich ist das Projekt auch eine Spendenaktion – aber nicht im klassischen Sinne. Wer ein Shirt kauft, gibt nicht einfach Geld, sondern bekommt auch etwas zurück: ein Symbol für Solidarität, für lokale Verbundenheit und für Mitmenschlichkeit. „Ich wollte etwas schaffen, das bleibt. Etwas, das nicht nur spendet, sondern auch zum Nachdenken anregt“, sagt er.
Und es geht weiter: Neue Shirts sind bereits in Planung, diesmal in weiteren Farben. Auch eine Hoodiekollektion für den Winter ist angedacht. Für Herrn Sommerfeld ist das Wichtigste jedoch, dass der Fokus nicht verloren geht: „Es geht nicht um Mode. Es geht darum, Menschen zu helfen, die vergessen werden.“ Mit Projekten wie diesem zeigt Herr Sommerfeld, dass man mit Herz, Kreativität und Entschlossenheit echte Veränderungen bewirken kann – und dass selbst eine alte Postleitzahl Leben retten helfen kann.
Einen Wunsch äußerte Sommerfeld noch. Als Erfahrungsexperte für die Bereiche Psyche, Sucht und Obdachlosig-keit würde er gerne in Kontakt mit den Verantwortlichen der Stadt Duisburg treten. Vielleicht ergibt sich ja in naher Zukunft eine Gelegenheit.
Wer die Aktion unterstützen ebenfalls möchte – jede Geldspende oder der Erwerb eines oder mehrerer T-Shirts sind herzlich willkommen. Weitere Informationen erhalten sie hier.
Text & Photo: © MMB/Below

