Der Tag des offenen Denkmals® geht am Sonntag, 13. September, unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ an den Start. Tausende Denkmäler öffnen bundesweit ihre Türen für Kultur- und Denkmalinteressierte. Koordiniert wird die größte Kulturveranstaltung Deutschlands von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Was verbindet Denkmäler mit Infrastruktur? Das Jahresmotto lenkt den Blick auf Bauwerke, die über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte hinweg Bewegung, Vernetzung und Verbindung ermöglicht haben und dies teilweise bis heute tun.
„In Duisburg können sich Besucherinnen und Besucher von historischen Infrastrukturbauten und bedeutenden ‚NetzWERKEN‘ begeistern lassen. Dazu zählen imposante Brückenkonstruktionen und Wassertürme, historische Transport- und Verkehrsmittel, markante Kirchen- und Museumsbauten sowie denkmalgeschützte Bereiche wie die Rheinpreußensiedlung oder Friemersheim Dorf, die das Bild unserer Stadt prägen.“
– so der zuständige Beigeordnete Michael Rüscher.

Zum Tag des offenen Denkmals 2026 soll der Wagen erstmals öffentlich zu sehen sein. v.l.: Holger Pütz, Heimatverein Hamborn e.V., Ulrich Feldhaus, Restaurator, Laura Bachem, Untere Denkmalbehörde, Jürgen Müller, Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement und Michael Rüscher, Beigeordneter Dez. VII.

Der Triebwagen 23 der ehemaligen Hamborner Straßenbahn wurde im Dezember 2024 vom Heimatverein Hamborn e.V. vom Verein Bergischen Museumsbahnen e.V. – Wuppertal erworben.
Interessierte erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Führungen, Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen, Lesungen und vielem mehr. So präsentiert der Heimatverein Hamborn e.V. den historischen Triebwagen 23, eine Hamborner Straßenbahn aus dem Jahr 1912. Vergangenes Jahr erwarb der Heimatverein den Wagen und brachte ihn an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der Straßenbahnwagen ist ein bedeutendes Zeugnis der frühen Straßenbahngeschichte im Ruhrgebiet. Er soll in den kommenden Jahren restauriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Am 13. September kann der Triebwagen in Hamborn besichtigt werden; es wird eine Ausstellung zur Straßenbahngeschichte im Duisburger Norden und Führungen vor Ort geben.
In Anlehnung an das Jahresmotto können Fahrradbegeisterte bei einer geführten Radtour denkmalgeschützte „NetzWERKE“ entdecken. Im Fokus stehen Bauwerke, die Verbindung und Austausch ermöglichen, Strukturen für Versorgung und Verkehr schaffen und Orte des Zusammenkommens sind. Startpunkt ist der Duisburger Innenhafen. Der Weg führt von dort über Homberg, Ruhrort und Beeck nach Hamborn und anschließend über Meiderich wieder zurück zum Innenhafen. Die Strecke verläuft über zahlreiche Brückenkonstruktionen vorbei an Häfen, Wassertürmen, Pumpwerken, historischen Transport- und Verkehrsmitteln und Industrieanlagen, die die Stadt bis heute prägen.
Mit der Restaurierung der denkmalgeschützten Rheinkirche und ihrer architektonischen Erweiterung zu einem Kolumbarium hat das Architekturbüro „KÜSSDENFROSCH“ einen außergewöhnlichen Ort moderner Bestattungskultur geschaffen, der optimal an die Tradition des Bauwerks anknüpft. Das Freie Kolumbarium ist ein Ort voller Geschichte und Zukunft zum Ankommen, Erinnern, Verweilen, aber auch für Begegnung und Austausch. Am Tag des offenen Denkmals® finden Führungen durch das Kolumbarium und den Garten der Gedanken mit Gesprächen rund um Architektur, Denkmalschutz und die Entstehungsidee eines Freien Kolumbariums statt. Zum Ausklang gibt es hier eine berührend-humorvolle Lesung von Verena-Kristina Kirchberg aus ihrem Buch „Ich bin Büdchen“.

Kolumbarium in der entweihten und denkmalgeschützen Rheinkirche in Homberg.
In Homberg erinnert die Rheinpreußensiedlung an die Geschichte der Zeche Rheinpreußen und den Duisburger Bergbau. Ab 1903 entstand sie als frühes Beispiel der Gartenstadtbewegung: Kleine Häuser mit Gärten boten Bergarbeiterfamilien ein Zuhause mit hoher Wohn- und Lebensqualität. Dank des Engagements einer Bürgerinitiative blieb die Siedlung trotz geplanter Abrisse in den 1960er-Jahren erhalten. Heute steht sie unter Denkmalschutz. Ihr könnt die Siedlung bei Führungen kennenlernen. Im Rheinpreußenhaus erwarten euch zudem eine Fotoausstellung und Ausschnitte aus „Ruhrgebiets Oasen – Drei Siedlungen“.

Der Denkmalbereich Friemersheim Dorf, das Naturschutzgebiet Rheinaue Friemersheim und die denkmalgeschützte Eisenbahnsiedlung Hohenbudberg sind Teil einer einmaligen Kulturlandschaft am Rhein. Das Gebiet verbindet ländliche, vorindustrielle Strukturen mit historischer Industrie- und Siedlungsgeschichte. Besuchende haben die Gelegenheit, gleich mehrere bedeutende Einzeldenkmäler zu besichtigen: den Nühlenhof, die Dorfkirche und das ehemalige Lehrerhaus in Friemersheim Dorf sowie den Doppelwasserturm und die Museumskirche St. Laurentius in der Eisenbahnsiedlung Hohenbudberg.

Eine Übersicht über die geöffneten Denkmäler in Duisburg bietet das Programmheft. Weitere Informationen sind hier im Internet verfügbar.
Hintergrund:
Seit 1993 wird der Tag des offenen Denkmals® bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert und ist eine geschützte Marke der Stiftung. Der Aktionstag findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt. Denkmäler in ganz Deutschland öffnen an diesem Tag ihre Türen. Getragen wird die Veranstaltung vor Ort von zahlreichen Akteuren, darunter Denkmaleigentümern, Fachleuten in Denkmalschutz und Denkmalpflege, Architekturbüros, Gemeinden, Vereinen und Stiftungen. Ziel ist es, ein möglichst breites Publikum zu erreichen und für das Thema zu begeistern.
Quelle: Stadt Duisburg
Photos: © Tanja Pickartz / Stadt Duisburg, © Ilja Höpping / Stadt Duisburg
![[ DUISBURG-JOURNAL ]](https://duisburg-journal.de/wp-content/uploads/2026/07/DUJ-Logo-invers_6150.jpg)
