Ermittlungsbehörden gehen in koordinierter Aktion gegen kriminelle Vereinigungen im Bereich der Organisierten Kriminalität vor – Vorläufige Einsatzbilanz: Der Polizei Duisburg und dem Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität ist unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Duisburg am Mittwoch (30.September) ein entscheidender Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen.
Auf einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag (1. Oktober) haben der Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen (Dr. Benjamin Limbach), der Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen (Herbert Reul), der Leiter der Staatsanwaltschaft Duisburg (Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Gunnar Greier), der Präsident der Duisburger Polizei (Alexander Dierselhuis), die Leiterin des Landesamtes zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (Stephanie Thien), Oberstaatsanwalt Nils Wille (Pressedezernent der Staatsanwaltschaft Duisburg), der Polizeiführer des Einsatzes (Leitender Kriminaldirektor Robert Herrmann) und die Leiterin der Ermittlungen (Kriminaloberrätin Lilli Jahnke) über das Verfahren und die Einsatzbilanz berichtet.
Die Ermittlungsverfahren richten sich gegen insgesamt 71 Beschuldigte, darunter Verantwortliche eines bundes- und europaweit tätigen Geldwäschenetzwerks und hochrangige Mitglieder einer Rockergruppierung. Ihnen werden insbesondere die Bildung einer kriminellen Vereinigung, erpresserischer Menschenraub, räuberische und gewerbsmäßige Erpressung, banden- und gewerbsmäßiger Betrug und gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen. Daneben wird wegen Waffendelikten, Körperverletzung und Verstößen gegen die Abgabenordnung (Steuerhinterziehung) ermittelt.
„Für mich gilt angesichts der Dimensionen ganz klar: Null Toleranz bei Organisierter Kriminalität. Die Strukturen wirken oft nach außen hin harmlos. Mit Firmen, mit Immobilien, mit sauberen Fassaden, dahinter verbergen sich aber Gewalt, Einschüchterung und Betrug. Und dieses Geld fehlt am Ende uns allen: dem ehrlichen Handwerker, dem Mittelstand, dem Staat. Deshalb sage ich: Wer Verbrechen organisiert, dem nehmen auch wir alles. Wenn wir das Geld abschöpfen, trifft das die Kriminellen dort, wo es ihnen wirklich wehtut.“
– so Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Benjamin Limbach.
„Das war ein europaweiter Schlag gegen ein Netzwerk, das mit Gewalt, Rockerkriminalität und schmutzigem Geld arbeitet. Unsere Ermittler haben die kleine Spur aufgenommen und am Ende die schweren Jungs früh morgens aus ihren Träumen geholt. Wir bleiben dran. Wir verfolgen die Spuren, zerlegen die Strukturen und machen klar. Solche Geschäfte haben in Nordrhein-Westfalen keinen Platz.“
– erklärt Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul.
Dem Großeinsatz, der zeitgleich in Nordrhein-Westfalen, in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz und dem europäischen Ausland (Belgien, Bulgarien, Niederlande) stattfand, liegt jahrelange Ermittlungsarbeit und eine mehrere Monate andauernde Planungsphase zu Grunde.
Nach intensiven Ermittlungen konnten 14 Haftbefehle, unter anderem gegen führende Personen einer Rockergruppierung, und über 140 Durchsuchungsanordnungen vollstreckt werden. Daneben wurden erhebliche Vermögenswerte gesichert, indem mehrere Grundstücke, hochwertige Fahrzeuge und andere Luxusgüter sowie Konten und Geschäftsanteile beschlagnahmt wurden. Insgesamt sind Asservate in einer mindestens vierstelligen Zahl sichergestellt worden. Der Einsatz dauert seit den frühen Morgenstunden des 30. September insbesondere aufgrund des immensen Umfangs der sichergestellten Beweismittel bis zum heutigen Tage an.
An dem Einsatz waren weit mehr als 1700 Einsatzkräfte von Staatsanwaltschaft Duisburg, Polizei- und Finanzbehörden beteiligt, darunter Kräfte mehrerer Bundesländer und des Bundes, Spezialeinheiten, Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten, IT-Experten und mehr als 50 Spürhunde. Alle festgenommenen Beschuldigten wurden einem Haftrichter des Amtsgerichts Duisburg vorgeführt und befinden sich nun in Untersuchungshaft.
Die Polizei Duisburg hat ein Hinweistelefon eingerichtet, das über die Rufnummer 0203-280-3333 zu erreichen ist. Wenn Sie Hinweise zu Geschädigten dieser Gruppierung geben können oder selbst unmittelbar oder mittelbar betroffen sind, bislang aber keinen Kontakt zu Ermittlungsbehörden aufgenommen haben, nutzen Sie das Hinweistelefon.
Quelle: Polizei Duisburg
Photos: © Polizei Duisburg
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