Die Netze Duisburg haben ein neues Umspannwerk in Meiderich in Betrieb genommen. Nach 3 Jahren Planung und einer Bauzeit von 3 Jahren ist die Anlage ein wichtiger Baustein für die Verstärkung des Stromnetzes im Duisburger Norden. Insgesamt haben die Netze Duisburg rund 21 Millionen Euro in das neue Umspannwerk investiert. Es sichert die Versorgung von bis zu 15.000 Haushalten im Duisburger Norden. In der Anlage wird die Hochspannung von 110.000 Volt heruntertransformiert auf 10.000 Volt und in die Wohnquartiere geleitet, wo sie in Netzstationen auf 400 Volt Niederspannung heruntertransformiert wird und in die Haushalte verteilt wird.
„Das neue Umspannwerk ist das Ergebnis langfristiger Planung und ein Beispiel für die erheblichen Investitionen in die Infrastruktur unserer Stadt. Wir brauchen diese zusätzliche Infrastruktur, weil Strom für immer mehr Anwendungen zum zentralen Energieträger wird – in den Haushalten genauso wie in Gewerbe und Industrie. Unser Stromnetz muss mit dieser Entwicklung Schritt halten. Deshalb bauen wir es in den kommenden Jahren mit hoher Geschwindigkeit weiter aus.“
– sagt Andreas Massing, Geschäftsführer der Netze Duisburg.
Die Anforderungen an das Stromnetz haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert: Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge erhöhen den Leistungsbedarf in Wohngebieten, gleichzeitig speisen immer mehr Photovoltaikanlagen Strom in das Netz ein. Hinzu kommt die Transformation von Gewerbe und Industrie: Unternehmen stellen Produktionsprozesse, die bislang beispielsweise mit fossilen Energieträgern betrieben wurden, zunehmend auf Strom um.
Verteilnetz wird massiv ausgebaut
Damit das Netz der Nachfrage standhält und der Strom entsprechend verteilt werden kann, bauen die Netze Duisburg die Infrastruktur seit einigen Jahren massiv aus. Das Stromnetz in Duisburg umfasst heute mehr als 5.000 Kilometer Leitungen auf drei Spannungs- und zwei Umspannebenen. Nach derzeitiger Planung müssen zwei weitere Umspannwerke und rund 900 neue Netzstationen errichtet sowie mehr als 2.500 Kilometer neue Stromleitungen verlegt werden, um mit dem prognostizierten Strombedarf in der Stadt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu wachsen. Zum Vergleich: Die Gesamtlänge aller Gemeindestraßen in Duisburg beträgt rund 1.900 Kilometer.
Allein in den kommenden fünf Jahren bis 2031 investieren die Netze Duisburg 200 Millionen Euro in das Duisburger Stromnetz. „Wir bauen heute die Infrastruktur, die Duisburg in den kommenden Jahrzehnten benötigt. Das wird an vielen Stellen in der Stadt sichtbar sein und zahlreiche Baustellen mit sich bringen. Diese sind aber zwingend notwendig, damit Wärmepumpen, Wallboxen, PV-Anlagen und Gewerbeansiedlungen überhaupt möglich sind“, sagt Andreas Massing.
Spitzenlast erreicht Kapazitätsgrenze
Auch wenn das Verteilnetz in der Stadt bereits deutlich ausgebaut wird, erreicht die Spitzenlast inzwischen ihre Kapazitätsgrenze. Denn der Strom wird nicht vor Ort erzeugt, sondern über Hochspannungsleitungen aus dem vorgelagerten Übertragungsnetz des Betreibers Amprion an zwei Übergabepunkten in das Duisburger Netz eingespeist.
Die derzeit zur Verfügung stehende Spitzenlast von 400 Megavoltampere (MVA) wird sich langfristig mehr als verdoppeln müssen, um den prognostizierten Bedarf zu decken. Entsprechende Vorhaben für zusätzliche Einspeisepunkte koordinieren die Netze Duisburg mit dem vorgelagerten Übertragungsnetzbetreiber.
Bereits heute lässt sich die dynamische Entwicklung an der Nachfrage nach neuen Netzanschlüssen beobachten. So steigt die Zahl der Anträge für die Bereitstellung neuer Leistung seit einigen Jahren konstant an. Die Herausforderung liegt dabei nicht allein in der Strommenge. Entscheidend ist, welche maximale Leistung das Netz zu einem bestimmten Zeitpunkt bereitstellen können muss. Insbesondere leistungsstarke neue Anschlüsse lassen sich nur realisieren, wenn die Netzkapazität vorhanden ist. „Je früher wir von größeren Vorhaben wissen, desto besser können wir sie in unserer Netzplanung berücksichtigen“, sagt Andreas Massing. „Das gilt für neue Wohnquartiere ebenso wie für Gewerbe- und Industrieprojekte. Wir empfehlen Bauherren, Projektentwicklern und Unternehmen deshalb, frühzeitig mit konkreten Leistungsdaten auf uns zuzukommen.“
Vergabeverfahren für Großprojekte
Für Großprojekte wie Rechenzentren, Batteriespeicher oder Schnell-Ladeparks, die mehr als fünf Megavoltampere (MVA) benötigen, haben die Netze Duisburg 2024 ein standardisiertes Vergabeverfahren eingeführt, um eine transparente und diskriminierungsfreie Zuteilung sicherzustellen. Neben der direkten Anschlussmöglichkeit werden dabei auch flexible oder regelbare Netzanschlüsse sowie eine anteilige Verteilung berücksichtigt.
„Die Energiewende stellt Duisburg wie alle Städte vor die Herausforderung einer künftig massiv höheren Nachfrage an Stromlasten. Deshalb sind der planmäßige Ausbau, schnelle Genehmigungsverfahren und der Vorrang für Infrastrukturprojekte so wichtig“,
– erklärt Andreas Massing.
Quelle: DVV-Konzern
Photos: © Netze Duisburg
Pressefoto_NetzeDU_UW_10kV: Die neue Schaltanlage der 10.000-Volt-Spannungsebene besteht aus mehr als 20 Schaltschränken. Quelle: Netze Duisburg
Pressefoto_NetzeDU_UW_110kV: Die neue Schaltanlage der 110.000-Volt-Spannungsebene ist gasisoliert und benötigt damit rund 90 Prozent weniger Platz als eine luftisolierte Anlage. Quelle: Netze Duisburg
Pressefoto_NetzeDU_UW_Andreas_Massing: Andreas Massing, Geschäftsführer der Netze Duisburg GmbH, erläutert die strategische Netzentwicklung in Duisburg der kommenden Jahre. Quelle: Netze Duisburg
Pressefoto_NetzeDU_UW_Aussen: Das neue Umspannwerk ist direkt neben seinem alten Vorgänger errichtet worden und entspricht dem neuesten Stand der Technik. Quelle: Netze Duisburg
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