Ein Hauch von Irland wehte am vergangenen Samstag (04.07.) über den Haniel Campus, als der Duisburger Singer-Songwriter Mick Haering bei den „Ruhrorter Campusabenden“ die Bühne betrat. Mit einer virtuosen Mischung aus traditionellem irischen Folk, einfühlsamen Eigenkompositionen und überraschenden Cover-Versionen zog der Musiker aus Duisburg-Laar das Publikum in seinen Bann.
Seine sanfte Stimme und sein perkussives Gitarrenspiel bewiesen eindrucksvoll, dass erstklassige handgemachte Musik keine riesigen Arenen braucht. Haering, der seine kreative Inspiration oft direkt beim Blick aus dem Fenster auf den heimischen Rhein schöpft, spannte spielerisch den Bogen zwischen rauen irischen Pub-Balladen und modernen Welthits.
Besonders faszinierend gerieten dabei die Neuinterpretationen bekannter Klassiker. Tracy Chapmans „Baby Can I Hold You Tonight“ verlor in Haerings intimer Akustik-Version jeglichen Pop-Ballast und legte seinen tiefen, verletzlichen Kern frei.

Bei Stings „Fields of Gold“ wob er eine melancholische Wärme in die Akkorde, die perfekt mit der sommerlichen Open-Air-Kulisse des Campus harmonierte.
Das große Finale des regulären Sets bildete ein genialer Stilbruch: Martin Gores „Personal Jesus“ – im Original ein elektronisches Synth-Rock-Brett von Depeche Mode – wurde von Haering in ein erdiges, rhythmisches Blues-Gewand gehüllt, das das Publikum sichtlich elektrisierte.
Neben den Klassikern glänzte Haering vor allem mit seinen eigenen Stücken wie „Deichkino“, einer Liebeserklärung an das Leben am großen Fluss. Es war ein Abend, der sowohl Musikkenner durch handwerkliche Präzision als auch Kenner intimer Pub-Atmosphäre durch pure Nahbarkeit begeisterte.
Wer diesen wunderbaren Auftakt verpasst hat, muss aber nicht traurig sein. Die „Ruhrorter Campusabende“ verwandeln das Haniel-Areal in Ruhrort noch bis zum 26. Juli 2026 in eine lebendige Kulturbühne. In den kommenden Wochen dürfen sich die Duisburger auf ein abwechslungsreiches Programm freuen, das von bitterbösem Kabarett mit Kai Magnus Sting (11.07.) bis hin zu mitreißenden Musikkomödien wie „Haui – Spuren im Sand“ (25.07.) reicht.
Ein Sommer voller Kultur direkt vor unserer Haustür – in einem tollen open-air-Ambiente.

SETLIST:
- As I roved out ( Traditional )
- Baby can I hold you tonight ( Tracy Chapman )
- Broad majestic Shannon ( Shane McGowan )
- Das Beste ( Silbermond )
- Fields of gold ( Sting )
- Deichkino ( Mick Haering / Eigenkomposition )
- Homes of Donegal ( Paul Brady )
- Motherland ( Nathalie Merchand )
- In den Straßen von Ruhrort ( Mick Haering / Eigenkomposition )
- Crazy man Michael ( Fairport Convention )
- Personal Jesus ( Martin Gore ) / Zugabe
Quelle: Duisburg-Journal
Photos: © MMB/Below
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