Deutschland hat sich nach dem enttäuschenden Auftakt (0:2 gegen die Slowakei am 4. September) eindrucksvoll zurückgemeldet und das WM‑Qualifikationsspiel gegen Nordirland mit 3:1 für sich entschieden.
Frühe Führung – aber vergebene Dominanz
Bereits in der 7. Minute brachte Serge Gnabry Deutschland in Führung – ein früher Befreiungsschlag, der die Stimmung im heimischen RheinEnergieStadion in Köln anheizen sollte. Doch die DFB-Elf zeigte in der ersten Halbzeit ein unsicheres Gesicht: Viele Ballverluste, ungenutzte Chancen, und eine insgesamt mehr improvisierende als dominante Spielweise.
In der 34. Minute bestrafte Nordirland diese Schwäche mit einem starken Volley von Isaac Price zum 1:1-Ausgleich. Zwar führte der Treffer zur weiteren Verunsicherung, doch in der Halbzeitpause gab es die fällige harsche Kritik von Coach Nagelsmann. So begann die Mannschaft nach der Pause viel kompakter und mit neuen taktischen Impulsen.

Joker sorgen für die Entscheidung
Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte dann wie erwartet – gegen Mitte der zweiten Halbzeit brachte er mit Nadiem Amiri und Beier den ersehnten frischen Wind ins Spiel. Und dieser Impuls zahlte sich umgehend aus: In der 69. Minute netzte Amiri zum 2:1 ein, sein Einsatz war unmittelbar wirksam.
Nur drei Minuten später (72.) krönte Florian Wirtz das Comeback mit einem sehenswerten Freistoß zum 3:1 (siehe Photo) – keine Chance für die Nordiren.
So haben sie gespielt
DEUTSCHLAND: Oliver Baumann – Antonio Rüdiger (82. Tah), Robin Koch, Waldemar Anton – Jamie Leweling, David Raum – Pascal Groß (66. Goretzka), Joshua Kimmich (C) – Serge Gnabry (61. Baier), Florian Wirtz, Nick Woltemade (61. Amiri). Trainer: Julian Nagelsmann
IRLAND: Bailey Peacock-Farrell – Conor Bradley, Eoin Toal (88. McConville), Trai Hume, Paddy McNair, Ethan Galbraith (76. Marshall), Isaac Price (88. McDonnell), Justin Devenney, Ali McCann (76. McCann), Shea Charles, Jamie Reid (70. D. Charles). Trainer: O`Neill
Torschützen: 1:0 Serge Gnabry (7.), 1:1 Isaac Price/Nordirland (34.) – 2:1 Nadiem Amiri (69.),
3:1 Florian Wirtz (72.). Endergebnis: 3:1 (1:1)
Zuschauer: 26.500 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Espen Eskas (Norwegen)
Analyse und Blick nach vorn
Deutschland rehabilitierte sich mit diesem Sieg zumindest etwas – der erste Erfolg in der Qualifikationsgruppe A – und erkämpfte sich Momentum zurück, das nach dem Fehlstart dringend nötig war. Der späte Doppelschlag zeigte, dass Kraft und Konzentration in der Schlussphase vorhanden sind. Dennoch bleiben Fragen zur Konstanz und zur Durchschlagskraft der Anfangsphase bestehen. Auch wenn der Sieg für Erleichterung sorgte, war die Leistung bis weit in die zweite Halbzeit hinein unspektakulär.
Der Fokus richtet sich nun auf die kommenden Spiele: Am 10. Oktober 2025 trifft Deutschland auf Luxemburg, ehe drei Tage später wieder gegen Nordirland auswärts gespielt wird – es liegt noch einiges in der Gruppe A im Argen.
Fazit
Ein zäher, aber letztlich wichtiger 3:1‑Heimsieg, der vor allem durch kluge Wechsel und starke Schlussphase geprägt war – ein dringend benötigtes Lebenszeichen im deutschen WM‑Quali‑Kampf.
Text: Duisburg-Journal
Photos: © Horst Mauelshagen/pepphoto

