Ein nasskalter Abend in der Stuttgarter MHP Arena, der den rund 54.000 Zuschauern und den beiden Mannschaften spielerisch einiges abverlangte. In einer Partie, die mehr durch taktische Disziplin und widrige Platzverhältnisse als durch Glanzpunkte bestach, setzte sich die deutsche Nationalmannschaft am Ende mühsam mit 2:1 gegen die „Black Stars“ aus Ghana durch.
Von Beginn an erschwerte der nasskalte Regen das gewohnt flüssige Kombinationsspiel der DFB-Elf. Ghana agierte körperlich robust und lauerte auf Konter, während das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann die Ghanaer die ersten 25 Minuten vor deren Tor beschäftigte, aber zu keinem zwingenden Torerfolg kam bzw. im letzten Drittel zu oft die nötige Präzision vermissen ließ. Besonders bitter verlief der Abend für Nick Woltemade: Der ex-Bremer Stürmer fand kaum Bindung zum Spiel und blieb ohne Torabschluss, ehe er sichtlich unzufrieden gegen Sané (78.) ausgewechselt wurde – ein gebrauchter Abend für den Wahl-Engländer.

Kurz vor dem Pausenpfiff dann doch noch die Erlösung durch den Videoschiedsrichter. Nach einem Handspiel im ghanaischen Strafraum schaltete sich der VAR ein, und der englische Schiri zeigte konsquent auf den Punkt. Kai Havertz übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zur psychologisch wichtigen Führung kurz vor der Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel und dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Gäste durch Fatawu (78.) drohte die Partie in ein Remis abzugleiten. Deutschland rannte an, doch der tiefe Boden forderte seinen Tribut. Erst in der 88. Minute gelang der entscheidende Geniestreich: Nach einem schnellen vertikalen Zuspiel tauchte Publikumsliebling Deniz Undav vor Keeper Asare auf und ließ dem ghanaischen Schlussmann mit einem technisch perfekten Chip zum 2:1-Endstand keine Chance.

Ein glanzloser, aber moralisch wichtiger Erfolg. Die Nationalmannschaft beweist in der Schlussphase Stehvermögen, offenbart aber in der Offensive – gerade bei tiefstehenden Gegnern und schwierigen Bedingungen – noch Luft nach oben. Der Fokus muss nun darauf liegen, die Effizienz vor dem Tor zu steigern, um solche Partien viel früher zu entscheiden. Die nächsten 2 Testspiele werden es zeigen, was bei der WM 2026 möglich sein wird.
————
So haben sie gespielt:
Endergebnis: 2-1 (1:0)
Torfolge: 1:0 Havertz (45.+3 Elfm.), 1:1 Fatawu (70.), 2:1 Undav (88.)
Deutschland: Nübel – Kimmich, Tah (46. Rüdiger), N. Schlotterbeck, Brown (61. Raum) – P. Groß (61. Goretzka), Stiller (61. Vagnoman), Havertz (46. Karl), Gnabry (46. Undav), Wirtz (61. Führich) – Woltemade (78. Sané). Trainer Julian Nagelsmann
Ghana: Asare – Adjetey, Djiku, Peprah Oppong (55. Lukassen) – Yirenkyi (90.+2 K. Sulemana), Sibo (46. Owusu), Thomas, Köhn (90.+2 Bonsu Baah), Semenyo, J. Ayew – Adu (66. Fatawu). Trainer: Otto Addo
Schiedsrichter: Stuart Attwell (Nuneaton, Warwickshire/England)
Spielstätte: MHP-Arena / Stuttgart
Zuschauerzahl: 52.723
Unsere nächsten Testspiele vor der WM 2026:
Deutschland vs. Finnland | So. 31.05.2026, 20:45 Uhr
USA vs. Deutschland | Sa. 06.06.2026, 20:30 Uhr
Text: MMB/Below
Photos: © pepphoto / Horst Mauelshagen

