Seit den frühen Morgenstunden (30. September, 6 Uhr) findet ein durch das Polizeipräsidium Duisburg geführter Großeinsatz in Nordrhein-Westfalen statt. Parallel dazu werden in vier weiteren Bundesländern und dem europäischen Ausland (Belgien, Bulgarien, Niederlande) Maßnahmen getroffen.
Dem Einsatz liegen mehrere unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Duisburg geführte Ermittlungsverfahren des Landesamts für die Bekämpfung der Finanzkriminalität Nordrhein-Westfalen (LBF NRW) und der Polizei Duisburg zu Grunde.
Ermittlungsbehörden gehen in koordinierter Aktion gegen kriminelle Vereinigungen im Bereich der Organisierten Kriminalität vor
Die Ermittlungsverfahren richten sich gegen insgesamt 71 Beschuldigte, darunter Verantwortliche eines bundes- und europaweit tätigen Geldwäschenetzwerks und hochrangige Mitglieder einer Rockergruppierung. Ihnen werden insbesondere die Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische und gewerbsmäßige Erpressung, banden- und gewerbsmäßiger Betrug und gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen. Daneben wird wegen Waffendelikten, Körperverletzung und Verstößen gegen die Abgabenordnung (Steuerhinterziehung) ermittelt.
Der Fall verdeutlicht exemplarisch die Verflechtung krimineller Gruppierungen im Bereich der Organisierten Kriminalität und der internationalen Wirtschaftskriminalität. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen bedienen sich dabei Verantwortliche zahlreicher juristischer Personen der Strukturen anderer krimineller Vereinigungen der Organisierten Kriminalität und nutzen diese zur Begehung u.a. von Betrugsdelikten und der Geldwäsche. Durch professionelle Verschleierungshandlungen werden dabei erhebliche Geldbeträge einem künstlichen Wirtschaftskreislauf zugeführt und durch Straftaten erlangtes Vermögen u.a. in Firmen und Grundbesitz investiert.
Festnahmen, Sicherstellung von Beweismitteln und Vermögensabschöpfungsmaßnahmen bei gemeinsamen Maßnahmen der Staatsanwaltschaft Duisburg, des Polizeipräsidiums Duisburg und des Landesamtes zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW
Im Rahmen des Einsatzes werden über 100 Objekte durchsucht, 14 Haftbefehle und Vermögensarreste in einer Gesamthöhe von rund 48,6 Millionen Euro vollstreckt.
An dem Einsatz sind weit mehr als 1000 Einsatzkräfte von Staatsanwaltschaft Duisburg, Polizei- und Finanzbehörden beteiligt, darunter auch Spezialeinheiten sowie Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten.
Quelle: Polizeipräsidium Duisburg
Photo: © MMB/Below (Symbolbild)
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