Wer an ein Insektenhotel denkt, hat meist Holzblöcke mit Bohrlöchern oder gebündelte Schilfröhrchen vor Augen. Doch viele Insekten bevorzugen eine ganz andere Unterkunft: den natürlichen Boden. Um diesen Arten zusätzlichen Lebensraum zu bieten und die Biodiversität zu fördern, hat die Emschergenossenschaft auf ihrer Kläranlage Duisburg-Alte Emscher ein sogenanntes „Sandarium“ angelegt.
Rund drei Viertel der mehr als 600 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten nisten im Boden. Doch nicht nur Wildbienen sind auf geeignete Bodenflächen angewiesen. Auch zahlreiche weitere Insekten, darunter bestimmte Käfer, Wespen und Ameisen, nutzen unterirdische Hohlräume für ihren Nachwuchs.
Kläranlage Duisburg-Alte Emscher erhält ein „Sandarium“
Das von der Emschergenossenschaft angelegte Sandarium hat eine Grundfläche von 2,75 x 2,75 Metern und eine Höhe von 70 Zentimetern – optisch gestaltet wurde es angelehnt an das Unternehmenslogo: die sich durch die Region windende neue Emscher.
Die Umrandung aus Schredderholz erfüllt gleich mehrere Funktionen: Sie schafft zusätzlichen Lebensraum für weitere Insekten und dient Wildbienen als Baumaterial, mit dem sie ihre Nistgänge und Brutröhren verschließen können.

Vom öffentlichen Weg aus sichtbar
Das Sandarium befindet sich in unmittelbarer Nähe des Emscherkunstwerks „Emscher Folly“ der Künstlerin Nicole Wermers (auf Höhe des Thyssen-Tors 7). Vom dort entlangführenden, öffentlichen Geh- und Radweg aus ist es gut zu sehen.
Die Kläranlage Duisburg-Alte Emscher stammt aus dem Jahr 1989, zuletzt ausgebaut wurde sie von der Emschergenossenschaft 1999 im Zuge des Generationenprojektes Emscher-Umbau zur Revitalisierung des zentralen Flusses des Ruhrgebietes. Ausgelegt ist das Klärwerk für 500.000 Einwohnerwerte (Menschen plus Industrieunternehmen).
Quelle: Emschergenossenschaft/Lippeverband (EGLV)
Photos: © Dirk Grünters/EGLV
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