Wochenenden sind Ausflugszeit. Ähnlich dachten offenbar eine Handvoll arktischer Gänse, denn seit dem vergangenen Wochenende sind die ersten wieder bei uns. Eher ein Einflug als ein Ausflug, aber Reise ist Reise. Und diese war eine große. Von der Tausende Kilometer entfernten Polarmeerinsel Kolgujew hergekommen, manche sogar aus Sibirien, werden sie die nächsten sechs Monate unsere gefiederten Gäste sein.
Bis zum 26. September 2025 wurden im Kreis Wesel nur einstellige Zahlen gemeldet, am 27. bereits Dutzende, tags darauf schließlich Hundertschaften und in Summe mehrere Tausend. Trotzdem darf von einer Handvoll gesprochen werden, denn damit ist erst ein kleiner Teil der arktischen Urlauber bei uns eingetroffen. An die 200.000 Blässgänse in Begleitung immerhin Zehntausender Weißwangengänse und Tausender Saatgänsen dürften in den kommenden Wochen und Monaten zwischen Duisburg und Emmerich rasten. Gut versteckt in ihren Reihen werden sicher auch einzelne Kurzschnabel-, Zwerg-, Rothals- und vielleicht sogar Ringelgänse bei uns verweilen.
Diese Prognose ist kein Blick in die trübe Glaskugel. Seit rund zwanzig Jahren bewegen sich die Zahlen in dieser Größenordnung. Und wie jedes Jahr lädt die Biologische Station im Kreis Wesel dazu ein, den Tieren bei Busfahrten rund um die Rheinaue näher zu kommen. An bis zu fünf Terminen wird ein Programm aus einem kurzen Einführungsvortrag, einer dreistündigen Bustour und einem Besuch der hauseigenen Gänseausstellung stattfinden. Wer mit dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen sich anzumelden!
Wann?
Jeweils Samstag, 21. und 28. Februar, jeweils 10:00 Uhr
Dauer: 3,5 bis 4 Stunden
Wo?
Biologische Station Kreis Wesel und Krefeld, Freybergweg 9, 46483 Wesel
Leitung: Thomas Traill (voraussichtlich)
Anmeldung?
Per EMail: info@bskw.de oder Telefon: 0281-96252-0
Bis zu zwölf Ferngläser werden verliehen. Wer ein eigenes hat, kann es sehr gerne mitbringen. Dann bleiben mehr für die anderen übrig. Auch ein spezielles Teleskop für die Vogelbeobachtung („Spektiv“) wird zur Verfügung stehen. So können wir den Gänsen mit etwas Glück aus nächster Nähe zusehen, ohne sie zu stören.
Quelle: Biologische Station Kreis Wesel/Thomas Traill
Photo: © MMB/Below
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