Vom 3. bis 21. Juni 2026 bringt das Impulse Festival für Theater, Performance & Tanz herausragende, aufsehenerregende und besondere Stücke aus den freien darstellenden Künsten auf die Bühnen in NRW. Neben den vier Festivalstädten Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr, Bochum und Köln machen die Impulse im Landschaftspark Duisburg Nord erstmals auch in Duisburg Station.

Von Donnerstag, 11. Juni bis Montag, 15. Juni, 2026 steht hier dann eine spektakuläre NRW-Premiere auf dem Programm: Das Eisenbahntheater „Das Letzte Kleinod“ (ein Stück über die Stahlindustrie), das mit seinem Ozeanblauen Zug, der gleichzeitig Transportmittel und Spielort ist, mit Dokumentar-Theater-Stücken durch ganz Deutschland reist.
Das dokumentarische Theaterprojekt HÜTTENWERK erzählt von der Entwicklung der Stahlindustrie in Ost und West. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die in der Stahlindustrie gearbeitet haben, die Vorstellung basiert auf diesen Erzählungen, für die in der Vorbereitung umfängliche Interviews mit aktiven oder ehemaligen Stahlarbeiterinnen und -arbeitern in Eisenhüttenstadt geführt wurden. Da Ost- und West-Deutschland – und hier besonders auch das Ruhrgebiet – über die Geschichte der Stahlindustrie eng verbunden sind, sind die Vorstellungen in Duisburg als Sonderformat des Programmschwerpunkts „Post-West“ im Rahmen des diesjährigen Impulse-Festivals ein besonderer Programmhöhepunkt 2026.
Der Ozeanblaue Zug des Theaters „Das Letzte Kleinod“ macht Station im Landschaftspark Duisburg-Nord, um dort nahe des Hochofen 5 mit dem weltweit einzigartigen Theaterzug das Stück HÜTTENWERK in Duisburg zur Aufführung zu bringen.
Im Frühjahr 2026 fährt der theatereigene Zug mit sechsachsigen Flachwagen weiter durch Deutschland, beladen mit tonnenschweren Brammen, Stahlträgern und Coils. Das Dokumentartheater wird mit Schauspielerinnen und Schauspielern in einer Szenerie aus Stahl gespielt, die auf Eisenbahnwagen zu den Aufführungsorten fahren. Auf Drehgestellflachwagen werden Coils (Rollen von gewalzten Blechen) und Brammen (Stahlblöcke für die Weiterverarbeitung zu Blechen) angeordnet und mit Licht und Schauspiel in Szene gesetzt. Das Material wird von mehreren Stahlwerken zur Verfügung gestellt.

Anfang April 2026 startete die Probenzeit in Stahlwerken in Salzgitter und Eisenhüttenstadt. Die sieben Darstellerinnen und Darsteller erhielten einen Einblick in die Arbeit am Hochofen, in der Stranggussanlage, bei Kran- und Lokführern und an den Bändern. Auf einem Flachwagen liegen zwei riesige Brammen, Schauspielerin Lisa Indorf bearbeitet die gigantischen Stahlblöcke mit einem Hammer und erzeugt erstaunliche Klänge, dazu zitiert sie die Zeitzeugin: „Brammen hießen die. Die waren so zwanzig bis dreißig Tonnen. Das waren Stahlblöcke von zweihundertfünfzig dick. Die glühten noch. Helles, grelles Orange.“

In einem anderen Waggon ist das Publikum nah dran an der Darstellerin Margarita Wiesner, Projektionen im Inneren des Waggons lassen erahnen, was ein Abstich am Hochofen bedeutet und welchen Temperaturen man dort ausgesetzt ist: „Man denkt, man schmeißt in den Hochofen ein Stück Eisenerz rein und Koks und dann kommt Roheisen raus. Ist aber nicht so!“
Das Theaterprojekt wird an Industriestandorten gespielt, an denen Stahl produziert oder umgeschlagen wird/wurde, die Vorstellung wird im weltweit einzigartigen Theaterzug auf Gütergleisen gespielt. Das Publikum erlebt die Vorstellung als Stationentheater an und in verschiedenen Waggons. Nach der Premiere in Frankfurt (Oder) reist der Ozeanblaue Zug weiter über Magdeburg, Gräfenhainichen, Salzgitter, Duisburg (als einzige Station in NRW) und Brake.
Jens-Erwin Siemssen, Künstlerischer Leiter des Eisenbahntheaters „Das Letzte Kleinod“, über die besondere Form des dokumentarischen Theaters, auf der auch die Inszenierung HÜTTENWERK basiert: „Die Zeitzeugenberichte selbst sind oft sehr emotional, manche Geschichten gehen nicht spurlos an einem vorbei. Erinnerungen und persönliche Erlebnisse werden durch die Theaterszenen lebendig und erhalten eine Wertschätzung, vermeintliche Alltagsgeschichten werden dadurch ernst genommen und sichtbar gemacht. Oft erlebe ich, dass sich Zuschauerinnen und Zuschauer darin selbst wiederfinden oder einen ganz neuen Zugang zu Themen bekommen, die ihnen vorher kaum bewusst waren.“

„Wir sind richtig glücklich darüber, dass es gelungen ist, in dieser Kooperation mit der Theatergruppe „Das Letzte Kleinod“ die Vorstellungen von „Hüttenwerk“ in Duisburg zeigen zu können – das ist ein richtiger Coup, denn die ganze Planung und Umsetzung ist natürlich wahnsinnig aufwändig.
Dass es nun während des Impulse Festivals wirklich möglich ist, dieses wunderbare Dokumentartheaterstück im Landschaftspark Duisburg auf die Gleise zu bringen, passt nicht nur hervorragend zum Programmschwerpunkt „Post-West“, in dem wir bei den Impulsen Perspektiven aus West- und Ostdeutschland und -europa in unterschiedlichen Veranstaltungen beleuchten, sondern ist einfach auch großartig für das Publikum hier in NRW.
Schließlich ist die Geschichte des Ruhrgebiets auch eine von Arbeiterinnen und Arbeitern an den Hochöfen, eine Geschichte von Stahl und Kohle.“
– freut sich Franziska Werner, Künstlerische Leiterin des Impulse Festivals über die Kollaboration.
HÜTTENWERK Eisenbahntheater über die Stahlindustrie
Dokumentarisches Eisenbahntheater-Erlebnis zur Stahlindustrie als Partnerprojekt im Programmbereich Post-West des Impulse Festivals 2026.
WANN & WO?
Duisburg – Landschaftspark Nord, Emscherstraße 71
Donnerstag, 11.06.2026 um 18:00 Uhr
Freitag, 12.06.2026 um 20:00 Uhr
Samstag, 13.06.2026 um 20:00 Uhr
Sonntag, 14.06.2026 um 15:00 Uhr
Montag, 15.06.2026 um 20:00 Uhr
Tickets 30€ / erm. 22€: www.impulsefestival.de und www.das-letzte-kleinod.de
Jede Vorstellung dauert ca. 90 Minuten, findet unter freiem Himmel statt und ist aufgrund der
Bespielung der Waggons leider nicht barrierefrei zugänglich.
Am Freitag, 12. Juni und Montag, 15. Juni 2026 jeweils um 11:00 Uhr bietet das Theater nach Anmeldung eine Schulvorstellung von HÜTTENWERK an (Sonderpreis 8,- € pro Schüler/-in und begleitende Lehrer/-innen), die Vorstellung ist ab Klasse 8/9 geeignet.
Anmeldung und Infos bei Juliane Lenssen unter 0175-5100681 oder info@das-letzte-kleinod.de
Quelle: IMPULSE FESTIVAL 2026 – HÜTTENWERK Eisenbahntheater
Photos: © MMB/Below

