Der an Position zwei gesetzte Hamburger bezwang den tschechischen Newcomer Jakub Menšík im Halbfinale auf dem Court Philippe-Chatrier mit 7:5, 6:2, 3:6 und 6:3. Damit greift Alexander Zverev am Sonntag nach seinem lang ersehnten ersten Grand-Slam-Titel bei den French Open 2026.
Souveräner Start und taktische Reife
Zverev demonstrierte von Beginn an die Reife eines absoluten Topspielers. Im ersten Satz agierte er in den entscheidenden Momenten fehlerfrei, während Menšík mit Nervosität und leichten Fehlern zu kämpfen hatte. Nach dem hart umkämpften 7:5 im Eröffnungssatz übernahm der Deutsche im zweiten Durchgang komplett das Diktat. Mit einer exzellenten Quote beim ersten Aufschlag (75 Prozent) und druckvollen Grundschlägen dominierte er die Ballwechsel und sicherte sich den zweiten Satz im Eiltempo mit 6:2.
Kurze Schwächephase und schnelle Antwort
Im dritten Durchgang schlich sich jedoch eine vorübergehende Passivität in Zverevs Spiel ein. Der tschechische Außenseiter stabilisierte sich, attackierte mutig und nutzte eine Breakchance konsequent zum 3:6-Satzanschluss. Zverev zeigte sich kurzzeitig irritiert, fing sich aber dank seiner mentalen Stärke umgehend. Zu Beginn des vierten Satzes erhöhte er die Intensität, breakte Menšík früh und transportierte diesen Vorsprung sicher zum 6:3-Endstand. Nach 2 Stunden und 40 Minuten verwandelte er so seinen Matchball zum verdienten Finaleinzug.
Physische Verfassung auf Top-Niveau
Die physische und mentale Verfassung von Alexander Zverev präsentiert sich in diesem Jahr in Paris auf absolutem Spitzenniveau. Im Gegensatz zu früheren Grand-Slam-Turnieren, in denen er oft in den ersten Runden unnötig Kraft in Fünfsatz-Krimis ließ, agiert er 2026 extrem ökonomisch und fokussiert. Die Bewegung auf der roten Asche wirkt flüssig, die Beinarbeit ist präzise, und die gefürchtete Schwächeperiode beim zweiten Aufschlag blieb im heutigen Match aus. Zverev wirkt bereit für den ganz großen Wurf.
Der Finalgegner und die historische Chance
Im Endspiel am Sonntag wartet überraschend der Italiener Flavio Cobolli. Dieser zog kampflos in sein erstes Grand-Slam-Finale ein, nachdem sein Landsmann Matteo Arnaldi kurzfristig wegen eines Virusinfekts zurückziehen musste. Cobolli ist ein gefährlicher, spielstarker Akteur, der Zverev in dieser Sandplatzsaison bereits in München bezwingen konnte. Dennoch geht Zverev als klarer Favorit in dieses Match. Nach den verletzungsbedingten Absagen und frühen Ausfällen der absoluten Dominatoren wie Carlos Alcaraz oder Jannik Sinner bietet sich dem Deutschen eine historische, fast goldene Gelegenheit.
Der Gewinn des „Coupes des Mousquetaires“ würde Zverevs Karriere krönen und das ewige Stigma des unvollendeten Talents ohne Major-Titel endgültig besiegeln. Die Tenniswelt blickt auf Paris – es ist Zverevs Moment der Wahrheit.
Statistik:
Alexander Zverev (GER) vs. Jakub Menšík (CZE) | (7:5, 6:2, 3:6, 6:3)
Quelle: Duisburg-Journal (red)
Photo: © Horst Mauelshagen / pepphoto

