Zum Schutz der sympathischen Frackträger im ursprünglichen Lebensraum unterstützt der Zoo Duisburg die Arbeit seines Artenschutzpartners SANCCOB mit 37.500 Euro. Die Mittel stammen aus den Geldern, die der Zoo Duisburg durch den Artenschutz-Euro zweckgebunden für Artenschutzprojekte sammelt.

Bereits seit 2011 engagiert sich die Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds (SANCCOB) für die Aufzucht verwaister Brillenpinguine, auch Afrikanischer Pinguin genannt. Gerettete Eier und Küken werden in die beiden spezialisierten Intensivstationen von SANCCOB gebracht, eine in Kapstadt, eine in Gqeberha, wo erfahrene Tierärzte und Rehabilitationsteams die Eier bebrüten, die Küken von Hand aufziehen sowie in Not geratene Seevögel mit lebensrettenden Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen versorgen, bevor sie wieder in die Wildnis entlassen werden.

Umweltbelastungen machen Pinguinen zu schaffen
Seit dem 1. Januar 2026 hat SANCCOB mehr als 600 Eier des Brillenpinguins aufgenommen und zieht derzeit mehr als 200 Küken von Hand auf – die höchste Anzahl an Küken, die jemals gleichzeitig in der Geschichte von SANCCOB betreut wurde. Dieser beispiellose Zustrom ist auf die sinkende Nahrungsverfügbarkeit und zunehmende Umweltbelastungen zurückzuführen, von denen Seevogelkolonien entlang der südafrikanischen Küste betroffen sind. Der Klimawandel verstärkt extreme Wetterereignisse: Heftige Stürme zerstören Nester, und anhaltende Hitzewellen führen dazu, dass Eier und Küken in großem Umfang verlassen werden. Gleichzeitig führt die verringerte Verfügbarkeit von Beute dazu, dass erwachsene Pinguine ihre Jungen nicht ausreichend ernähren und schützen können.

Enorme Kosten für die Rehabilitation
Es kostet etwa 750 Euro, ein einzelnes Brillenpinguinküken während der dreimonatigen Rehabilitationsphase von Hand aufzuziehen. Die Versorgung von 200 Küken kostet SANCCOB daher 150.000 Euro, wobei die Kosten für spezialisiertes Veterinär- und Rehabilitationspersonal noch nicht enthalten sind. Wissenschaftler warnen davor, dass der Brillenpinguin bis 2035 in der Wildbahn aussterben könnte.

Der Zoo Duisburg unterstützt mit seiner Spende die Rehabilitation von 50 Brillenpinguinküken. „Wir freuen uns sehr, die wichtige Arbeit von SANCCOB in Südafrika unterstützen zu können. Das Projekt ist ein bedeutender Baustein des Artenschutzes. Jedes gerettete Küken trägt dazu bei, die Population der Brillenpinguine in Südafrika zu erhalten“,
– sagt Astrid Stewin, Geschäftsführerin des Zoo Duisburg.
Mehr als 10.000 Jungtiere bereits ausgewildert
Durch die Rettung verlassener Eier und Küken, deren Aufzucht von Hand bis zum Flüggewerden und die Auswilderung gesunder Jungvögel, hat SANCCOB bereits erheblich dazu beigetragen, das Überleben der Brillenpinguine zu verbessern und zukünftige Brutpopulationen zu stärken.

Einmal in der Woche verlassen rehabilitierte Vögel die Einrichtungen und werden zu ausgewählten Pinguinkolonien gebracht, um sie dort auszuwildern. Seit 2006 wurden mehr als 12.000 Pinguinküken bei SANCCOB aufgenommen, wobei mehr als 10.000 gesunde Jungvögel erfolgreich wieder in die Wildnis entlassen wurden. Damit haben die Artenschutzmaßnahmen von SANCCOB eine Freilassungsrate von mehr als 82 Prozent erreicht.
Studien haben gezeigt, dass die Überlebensrate der handaufgezogenen Tiere ähnlich hoch ist, wie bei solchen, die auf natürliche Weise von den Elternvögeln aufgezogen wurden.
Quelle: Zoo Duisburg
Photos: © SANCCOB
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