Das Polarlicht-Spektakel vom 19. auf den 20. Januar 2026 im Ruhrgebiet war ein seltenes, aber durch die aktuelle hohe Sonnenaktivität (Sonnenzyklus) bedingtes Ereignis, verursacht durch einen starken geomagnetischen Sturm.
Geladene Teilchen wurden so zur Erde gelenkt und dort in der Atmosphäre zum Leuchten gebracht, was auch in unseren Breiten sichtbare grüne und violette Farbschimmer erzeugte; solche extremen Sichtungen sind nur alle paar Jahre bis Jahrzehnte möglich, da die Sonne ihren 11-jährigen Aktivitätszyklus durchläuft, was dieses Ereignis zu einem besonderen Moment für die Region machte.
Ein massiver Sonnensturm als Auslöser
Verantwortlich für das Schauspiel war eine starke Sonneneruption, die einen Strom geladener Teilchen (Sonnenwind) in Richtung Erde schleuderte. Trifft dieser Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde, wird er zu den Polen abgelenkt und regt dort die Gasteilchen in der Atmosphäre zum Leuchten an – das Phänomen, das wir als Polarlicht (Aurora Borealis/Australis) kennen. Die Intensität und Ausdehnung hängen von der Stärke des Sonnensturms ab.

Warum auch im Ruhrgebiet?
Normalerweise sind Polarlichter nur in der Nähe der Pole sichtbar. Da sich die Sonne 2026 jedoch in einer Hochphase ihres etwa 11-jährigen Aktivitätszyklus befindet, erreichen diese Partikel auch unsere Breitengrade. Dies führt dazu, dass das Polarlicht-Oval sich ausdehnt und auch südlichere Regionen wie das Ruhrgebiet erreicht, was es zu einem besonderen Naturschauspiel macht.

Wie oft passiert das?
Solche intensiven Ereignisse, die Polarlichter weit südlich ihrer üblichen Sichtungszonen sichtbar machen, sind selten und können nur alle paar Jahre oder sogar Jahrzehnte auftreten. Während der Hochphase des Sonnenzyklus sind Sichtungen eher möglich, aber ein so deutliches Leuchten über dem Ruhrgebiet ist dennoch ein Ausnahmefall, der viele Beobachter begeisterte. Experten schätzen, dass dies nur etwa „zweimal im Jahrzehnt“ vorkommt.

Beobachtung und Farben
Die besten Bedingungen sind dunkle Nächte ohne störende Lichtverschmutzung und klare Sicht. Zu sehen waren vor allem grüne Schleier, aber auch rote und violette Farbtöne, die durch die Anregung unterschiedlicher Gase in der Atmosphäre entstehen.
Text: Frank T. Below
Photos: © privat

