EXKLUSIV. Der MSV Duisburg steht für Tradition, Leidenschaft und eine bewegende Historie. Jetzt nimmt das größte und ambitionierteste Projekt des MSV-Museums konkrete Formen an: Ein „Museum on the Road“ soll die ruhmreiche Geschichte der Zebras direkt zu den Menschen bringen. Die Vision dahinter ist klar: Dort sein, wo der Zebra-Anhang lebt, feiert und mitfiebert.
Einzigartiges Projekt sucht Unterstützer
Das Herzstück der Pläne ist ein echter Museumsbus. Wie diese mobile Schatzkiste aussehen soll, zeigt der brandneue Flyer zur Sponsorensuche, der potenziellen Partnern exklusive Einblicke in das rollende Museum bietet. Für den finalen Ausbau des Fahrzeugs setzt der Verein nun auf starke Unterstützer aus der Wirtschaft und der Fangemeinschaft, um diesen Traum auf die Straße zu bringen.
Volker Baumann im Exklusiv-Interview
Wie entsteht eine so bundesweit einzigartige Idee? Im exklusiven Interview spricht Volker Baumann, Vorstandssprecher des MSV-Museums, über die Hintergründe, die logistischen Herausforderungen und die großen Ziele des Projekts.
Wie kam es zu dieser Idee und warum kein fester Standort wie bei allen anderen Fußballmuseen?
Volker Baumann: „Ich muss kurz ausholen. Seit unserem Bestehen 2017 sind wir Mitglied im Netzwerk der deutschsprachigen Fußballmuseen und Archive. Es ist uns sehr wichtig mit den Kollegen aus anderen Fußballmuseen Erfahrungen auszutauschen. Dabei ist es uns sehr bewusst, dass wir hier über eine große Spanne der Finanzierung eines Fußballmuseums reden. Die Möglichkeiten der Erstligisten wie Bayern München, Borussia Dortmund oder Borussia Mönchengladbach im Vergleich zu unserer Situation schärft unser Blick auf das machbare. Wir lernen viel von allen Museen, müssen aber immer schauen, wie wir es für unser Museum nutzen können. Und ein fester Standort mit entsprechender Infrastruktur und laufenden Betriebs- und Personalkosten ist für uns nicht darstellbar.
Zum anderen verstehen wir uns als Museum nicht klassisch, sondern als ein modernes, zeitgemäßes Museum das aktuelles mit historischen kombiniert. Gute Beispiele waren die Ausstellungen im LVR Wesel „Leben, Liebe, Leidenschaft“ und der cubus kunsthalle in Duisburg mit „MSV im Fokus“. Wir haben mit der aktuellen neunmonatigen Ausstellung „Vom Anker zum Anpfiff“ mit dem Freundschaftsspielpartner Museum der Deutschen Binnenschifffahrt erneut die Grenzen verschoben und wollen das mit dem Busprojekt noch weiter anders und interessanter gestalten.
Es ist also die klassische Ausgangssituation, wenig Mittel also ist die Kreativität gefragt. Ergebnis: so etwas gab es in Deutschland noch nicht. Ein rollendes Fußballmuseum.“
Nochmal genauer nachgefragt, was waren die Erfahrungen aus dem Netzwerk die neben den Kosten eine Rolle gespielt haben?
Volker Baumann: „So toll unsere Kollegen alle ihre Ausstellung kuratiert und aufgebaut haben, das Problem ist der häufige Nur-Einmal-Besuch. Denn oftmals sind die Fußballmuseen richtigerweise am Stadion platziert. Aber das Stadion lebt nicht von Laufkundschaft, sondern von Events. Eine Ausnahme bilden hier das Fußballmuseum in Dortmund und das FC St. Pauli Museum, welche sehr zentral gelegen sind. Die Herausforderungen sind dann Sonderausstellungen neben der Standardausstellung zu erstellen. Das bedeutet entsprechende zusätzliche finanzielle Mittel, neben den laufenden Kosten. Mittlerweile sind bei der Mehrheit der Kollegen die Öffnungstage deutlich reduziert worden mangels Nachfrage.“
Sehr nachvollziehbare Argumente. Wie stellt sich das Museum denn den korrekten Einsatz des Busses vor?
Volker Baumann: „Es ist eigentlich ganz einfach. Präsent sein, wo die MSV Fans sind. Heimspiele, das MSV Familienfest, Stadtteilfeste wie z.B. gerade das Ruhrort-Festival, das Kinderfest vom Binnenschifffahrtsmuseum, im Landschaftspark, Tag der offenen Tür von Unternehmen oder Schulen und usw.“
Schulen?
Volker Baumann: „Wir arbeiten gerade an einem Workshop für Schulklassen im Rahmen der „Lernort Stadion“ Idee der DFB-Stiftung. Das passt sehr gut mit der Idee der neuen Vorstandsdame des MSV Duisburg, Veronika Henschel-Grontzki, mit ihrem Anliegen die Kids früh für die Zebras zu gewinnen. Dazu gehen wir auch dort einen etwas anderen Weg als die meisten Klubs, die so was schon etabliert haben. Wir wollen besonders die Kids für Lese-, Mathematische und Naturwissenschaftliche Kompetenzen mit realen, spannenden Themen begeistern.“

Ein Zebra Bus auf dem Schulhof, ich glaube jeder kann sich vorstellen, was da an Neugier bei den Schülern entsteht. Der Unterrichtsort Klassenzimmer wird deutlich kreativer und motivierender.“
Wie muss man sich das inhaltlich vorstellen?
Volker Baumann: „Die Katze lassen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aus dem Sack. Wir haben noch einiges zu entwickeln und es ist eine alte MSV Museums DNA das wir erst darüber sprechen, wenn wir es „rund“ haben.“
Dann zu dem eigentlichen Bus zurück. Ist der schon da? Was wird jetzt gebraucht und wie soll die Ausgestaltung erfolgen?
Volker Baumann: „Ja, wir konnten durch großartige Unterstützung diesen Sommer einen Gelenkbus von der DVG zu Marktpreisen erwerben. Jetzt geht es um den Um- und Ausbau. Wir planen eine Bühne auf dem Dach für Lesungen, Konzerte und andere Veranstaltungen. Im Bus wollen wir neben einer „kleinen“ Dauerausstellung auch permanente Wechselausstellungen zeigen. So stellen wir uns vor zu jedem Heimspiel die Wechselausstellung dem aktuellen Gegner zu widmen. Ein besonderer Part wird die digitale Ausstattung sein. Wir wollen thematisch, permanent etwas Interessantes zeigen, so dass der Besucher sich immer wieder auf etwas neues freuen darf. Dazu werden dann in den Vitrinen entsprechende Schmuckstücke präsentieren.“

Wird der Museumsbus auch gemietet werden können?
Volker Baumann: „Wir werden dazu uns noch ein Konzept und Rahmenbedingungen überlegen. Natürlich möchten wir unseren Sponsoren oder aber auch Unternehmen wie z.B. Duisport, die einen starken Support gerade im Nachwuchsleistungszentrum machen, die Möglichkeit geben mit dem Bus jungen Menschen zu gewinnen, eine neue Art der Ausbildungsplatzbörse.“
Das ist ja wirklich ein ziemlich durchdachter Ansatz. Wir hoffen, dass wir über den Zwischenstand bis der Bus dann rollt, uns wieder sehen und unsere Leser auf dem Laufenden halten können.
Volker Baumann: „Ja, gerne und Danke für das interessante Gespräch.“


Das Team des MSV-Museums informiert Sie gerne über die Sponsoring-Optionen. Ein direkter Kontakt ist per Tel. 0172 – 201 6945 oder per eMail info@msv-duisburg.de möglich. Die Webseite des MSV-Museums erreichen Sie über den folgenden Link hier .
Quelle: Duisburg-Journal/MSV-Museum
Photos: © cantaloop MSV-Museum Flyer
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